Radioaktiver Alarm in Wien und Graz führt zu Großeinsatz
Ein Routinevorgang mit weitreichenden Folgen: In einem Entsorgungsbetrieb im Süden Wiens hat ein technischer Alarm diese Woche für Aufruhr gesorgt.
Radioaktiver Alarm löst Einsätze in Wien und Graz aus – Spezialkräfte führten umfangreiche Strahlenmessungen durch.APA/dpa/Sebastian Kahner
Der Verdacht auf radioaktives Material führte binnen kurzer Zeit zu Straßensperren und einem Großangebot an Einsatzkräften. Auch in Graz ereignete sich parallel ein ähnlicher Vorfall.
Ausgangspunkt des Einsatzes war ein automatisches Warnsystem auf dem Gelände eines Entsorgungsunternehmens in der Oberlaaer Straße im Bezirk Liesing. Am 9. Februar gegen 10.30 Uhr registrierten die Messanlagen eine Auffälligkeit bei angeliefertem Material. Der Verdacht: Ein Gegenstand könnte ein radioaktives Nuklid enthalten.
Daraufhin rückten Feuerwehr, Rettung und Polizei an. Das Areal wurde weiträumig gesichert, der Betrieb vorübergehend eingestellt. Spezialisierte Einsatzkräfte begannen mit detaillierten Strahlenmessungen, um das tatsächliche Gefahrenpotenzial einzuschätzen.
Zwei Mitarbeiter vorsorglich dekontaminiert
Im Zuge der Abklärungen standen zwei Mitarbeiter im Fokus, die zuvor direkten Kontakt mit dem Objekt gehabt hatten. Sie wurden von der Berufsrettung medizinisch untersucht und vorsorglich dekontaminiert. Anschließend brachte man beide zur weiteren Kontrolle in
ein Krankenhaus.
Nach ersten Ergebnissen blieben die gemessenen Strahlenwerte deutlich unter kritischen Schwellen. Konkrete Angaben zur Herkunft oder Art des Materials machten die Behörden zunächst nicht.
Parallelfall in Graz sorgt für zusätzliche Unruhe
Zeitgleich kam es auch in Graz zu einem größeren Polizeieinsatz. In der Moserhofgasse wurde ein Transportfahrzeug angehalten, das zuvor aus Wien unterwegs gewesen war. Nach ersten Informationen bestand der Verdacht, dass sich an Bord ebenfalls kontaminiertes Material befinden könnte.
Mehrere Polizeistreifen sowie die Berufsfeuerwehr Graz sperrten den Bereich ab. Der Lkw wurde eingehend untersucht, das Ladegut zunächst als auffällig eingestuft. Für die beiden Insassen gab es jedoch rasch Entwarnung: Bei ihnen konnte keine Strahlenbelastung festgestellt werden, sie wurden dennoch medizinisch überprüft.
Behörden prüfen Zusammenhang der Einsätze
Nach Angaben der Einsatzkräfte stehen die Vorfälle in Wien und Graz sehr wahrscheinlich in direktem Zusammenhang. Ermittler gehen davon aus, dass das in Graz kontrollierteFahrzeug Teil derselben Transportkette war, die zuvor den Alarm im Wiener Entsorgungsbetrieb ausgelöst hatte.
Am Nachmittag konnten die Sperren in Graz wieder aufgehoben werden. Weitere Messungen ergaben dort keine relevante radioaktive Belastung. Auch in Wien entspannte sich die Lage nach Abschluss der Kontrollen schrittweise.
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