Raketenalarm in Israel: Iran setzt Angriffe fort
Auch in der Nacht auf Donnerstag setzte der Iran seine Angriffe auf Israel fort. Die israelischen Streitkräfte alarmierten die Bevölkerung innerhalb von weniger als zwei Stunden drei Mal wegen iranischer Raketenangriffe. In Jerusalem waren laut Journalisten der Nachrichtenagentur AFP Explosionen zu hören.
Die Rettungsdienste erklärten jedoch, dass ihnen keine Berichte über Verletzte vorlägen. Im Irak griff der Iran erneut kurdische Gruppen an.
In der iranischen Hauptstadt Teheran waren unterdessen laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim Explosionen zu hören. Der Iran habe seine Abwehrsysteme aktiviert.
Am Mittwochabend hatten die USA angekündigt, ihre Angriffe auf den Iran auszuweiten. Künftig würden auch Ziele im Landesinneren beschossen, kündigte US-Generalstabschef Dan Caine an. Er begründete dies damit, dass der Iran im Verlauf des Krieges weniger Raketen und Drohnen abgefeuert habe. Auch die Infrastruktur des Iran und seine Marine würden weiterhin angegriffen.
Irans Militär greift kurdische Gruppen im Irak an
Nach eigenen Angaben haben die iranischen Streitkräfte neben Israel erneut kurdische Gruppen im benachbarten Irak angegriffen. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna wurden drei Raketen auf das Hauptquartier oppositioneller Verbände abgefeuert. Die Agentur beruft sich dabei auf die Militärführung in Teheran. Der regierungstreue Sender Press TV veröffentlichte Videos, auf denen Einschläge in den Stellungen „anti-iranischer Separatisten” zu sehen sein sollen.
US-Medien berichteten zuletzt, dass Präsident Donald Trump erwäge, kurdische Gruppen für einen Aufstand gegen die iranische Regierung zu bewaffnen. Das Weiße Haus wies dies zurück. Regierungssprecherin Karoline Leavitt bestätigte allerdings, dass Trump mit kurdischen Anführern in der Region im Hinblick auf den US-Stützpunkt im Norden des Iraks gesprochen habe.
Die Kurden sind eine ethnische Gruppe mit schätzungsweise 30 Millionen Angehörigen, die vor allem im Irak, im Iran, in Syrien und der Türkei leben. Sie kämpfen seit Jahrzehnten für einen eigenen Staat und wurden sowohl im Irak als auch im Iran lange verfolgt und unterdrückt. Die autonome Kurdenregion im Irak entstand nach dem Sturz des Diktators Saddam Hussein im Jahr 2003.
Umgebung der US-Botschaft in Katar evakuiert
In Katar wurde die Umgebung der US-Botschaft evakuiert. Das Innenministerium des Golfstaats teilte mit, die Bewohner der umliegenden Gebäude seien vorübergehend und vorsorglich in Sicherheit gebracht worden. Ihnen wurden anderweitige Unterkünfte bereitgestellt. Zu den Hintergründen der Evakuierung machte die Behörde zunächst keine Angaben.
Seit Beginn des Iran-Kriegs am Wochenende feuern die iranischen Streitkräfte immer wieder Raketen und Drohnen auf Katar ab. Irans Außenminister Abbas Araghchi sagte, das Ziel seien nur „US-Interessen in Katar”. Nach katarischer Darstellung trafen die Geschosse jedoch auch zivile und bewohnte Gebiete innerhalb des Landes.
Explosion an Tanker im Persischen Golf gemeldet
Vor der Küste Kuwaits im Persischen Golf kam es derweil zu einer Explosion an einem Tanker. Der Kapitän des rund 55 Kilometer südöstlich von Mubarak al-Kabir vor Anker liegenden Schiffes habe eine große Explosion an der Backbordseite bemerkt, bevor ein kleines Boot davongefahren sei, berichtete die britische Behörde für Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO).
Öl aus dem Ladetank laufe ins Meer aus. Ein Brand wurde zunächst nicht gemeldet, der Besatzung geht es gut.
Im Persischen Golf, der Straße von Hormuz und dem Golf von Oman wurden zuletzt immer wieder Schiffe von Geschossen getroffen. Die Gefahr durch iranische Raketen und Drohnen hat den Schiffsverkehr in der Region seit Beginn der jüngsten Kampfhandlungen am Samstag nahezu zum Erliegen gebracht. US-Präsident Donald Trump erklärte, die US-Marine werde Schiffe bei der Durchfahrt durch die für den Transport von Öl und Gas wichtige Straße von Hormuz eskortieren, falls erforderlich.
Kommentare