Ramadan-Konflikt an Schule: Kinder wegen Jause gemobbt
Während des Fastenmonats Ramadan kam es an einer Schule in Nordrhein-Westfalen zu Konflikten zwischen Schülern. Einige Kinder sollen von muslimischen Mitschülern gemobbt worden sein, weil sie in der Pause ihr Brot gegessen haben. Der Vorfall sorgte für Aufsehen – inzwischen hat auch die Schule Stellung dazu bezogen.
An einer Schule in Nordrhein-Westfalen kommt es während des Fastenmonats Ramadan vermehrt zu Konflikten zwischen muslimischen und nichtmuslimischen Kindern. Die Schule, die die Grundwerte „Respekt, Toleranz und Vielfalt“ vertritt, erklärte auf Instagram, dass es „keine Hinweise auf ein grundsätzliches Problem“ gebe. Man wolle die Hintergründe „gründlich aufarbeiten und klären“. Jegliche Form von Gewalt, „auch in Form von Mobbing“, werde nicht geduldet. Darüber berichtete die BILD.
Mädchen wegen Essen unter Druck gesetzt
Auch die Eltern der betroffenen Schüler zeigen sich verzweifelt. „Die muslimischen Kinder haben meiner Tochter und ihrer Freundin gesagt: Wir haben Ramadan, du musst jetzt fasten und dein Brot in die Tonne werfen!“ Auf Rücksprache mit einem Lehrer wurde den betroffenen Mädchen geraten, sich beim Essen einfach wegzudrehen.
In weiteren Fällen hätten einige muslimische Kinder „Würge- und Kotzgeräusche“ gemacht, während andere Kinder aßen. Eine Schülerin sei sogar als „hässliches deutsches Mädchen“ beschimpft worden. Eine Mutter sagte gegenüber der BILD: „Von unserer Tochter zu verlangen, sich beim Essen und Trinken wegzudrehen oder dies zu verbergen, stellt eine Einschränkung ihrer persönlichen Freiheit dar.“
Streit um religiöse Feiern an der Schule
Wie die betroffenen Mütter berichteten, soll es eine Einladung zu einem gemeinsamen Fastenbrechen gegeben haben, zu einer Weihnachtsfeier jedoch nicht. In einem Rundschreiben soll demnach folgender Satz gestanden haben: „Dieses besondere Ereignis möchten wir wieder an unserer Schule gemeinsam mit Schülern, Lehrern und Eltern feiern.“
Das zuständige Schulministerium hat sich inzwischen eingeschaltet. Man stehe in Kontakt mit der Schulleitung und wolle den Sachverhalt klären. Die Bezirksregierung Düsseldorf wies darauf hin, dass niemand gezwungen werden dürfe, seine Religion in einer bestimmten Weise auszuüben.
Kommentare