Evelyn Kometter, Vorsitzende des Dachverbands der Elternvereine der Pflichtschulen Österreichs, berichtet von spürbaren Auswirkungen im Unterricht. „Reihenweise kippen Kinder, die fasten, im Unterricht weg“, sagt sie der Heute. Auf Nachfrage präzisiert sie: „Sie werden richtig ohnmächtig.“ Besonders während Wachstumsschüben sei das Fasten problematisch. Viele Kinder würden spätabends essen und dadurch zu wenig schlafen. „Das ist ein Horror für den Organismus“, warnt Kometter. Neben dem Turnunterricht oder Schularbeiten leide auch die allgemeine Konzentrationsfähigkeit. Zunehmend würden bereits Volksschulkinder fasten – oft auch aus Gruppendruck.

IGGÖ: „Wenn ein Kind fasten will, so soll es fasten.“

Aus der Wiener Bildungsdirektion heißt es hingegen, die Schulen hätten einen routinierten Umgang mit der Fastenzeit. Treten gesundheitliche Beschwerden auf, würden „umgehend die notwendigen Maßnahmen“ gesetzt.

Laut der Islamischen Glaubensgemeinschaft in Österreich sind Kinder nicht zum Fasten verpflichtet. In einem Informationsblatt heißt es: „Wenn ein Kind fasten will, so soll es fasten.“ Entscheidend sei die individuelle körperliche und geistige Reife, die gemeinsam mit den Eltern beurteilt werde. Zudem gebe es Ausnahmen – etwa bei Prüfungen oder Schulreisen. Der eigene Körper sei „der beste Ratgeber“.

In Wien stellen Kinder mit islamischem Glaubensbekenntnis mittlerweile über 40 Prozent der Schüler an Volks- und Mittelschulen. Entsprechend präsent ist das Thema Ramadan auch im Klassenzimmer.