In den vergangenen Tagen gingen im Bezirk Landeck mehrere Meldungen samt Bildmaterial ein, die zwei Wölfe im Nahbereich von Wohnhäusern zeigen sollen. Nach Angaben des Landes habe sich damit ein Muster abgezeichnet, das aus Sicht der Behörden nicht länger ignoriert werden könne. Die schwarz-rote Landesregierung entschied sich daher für eine rasche Umsetzung der Abschussverordnung.

Jägerschaft in Alarmbereitschaft

Die zuständige Jägerschaft wurde bereits informiert und auf mögliche Einsätze vorbereitet. Landeshauptmannstellvertreter Josef Geisler begründete den Schritt mit sicherheitsrelevanten Aspekten. Die wiederholten Nachweise in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten deuteten darauf hin, dass einzelne Tiere ihre natürliche Scheu vor dem Menschen verloren hätten. Damit steige das Risiko für unkontrollierte Begegnungen – insbesondere in dicht besiedelten Alpentälern.

Wolfssichtungen nehmen zu

Nicht nur in Tirol, auch in anderen Regionen mehren sich entsprechende Meldungen. Allein in diesem Jahr wurden laut Landesangaben mehrere Wolfsnachweise in Salzburg registriert, unter anderem in St. Gilgen, Kuchl und Muhr. In Zederhaus kursiert zudem ein Video, das ein Tier in freier Landschaft zeigt. Die Behörden betonen, dass insbesondere Bild- und Videomaterial eine sachliche Einordnung solcher Sichtungen ermögliche.

Blick nach Deutschland: Gesetzesänderung in Diskussion

Auch nördlich der Alpen will man die rasante Ausbreitung des Raubtiers besser kontrollieren. In Deutschland berät der Bundestag derzeit über eine Novelle des Bundesjagdgesetzes. Hintergrund ist eine neue Einstufung des Wolfs auf EU-Ebene: Er gilt künftig nicht mehr als „streng geschützt“, sondern als „geschützt“. Damit eröffnen sich den Mitgliedstaaten größere Spielräume beim Bestandsmanagement.

Der Gesetzentwurf sieht vor, den Abschuss von Risikowölfen zu erleichtern. Bei stabilen und gesunden Populationen könnten künftig auch Tiere entnommen werden, die nicht unmittelbar auffällig geworden sind – mit dem Ziel, die Bestände insgesamt zu regulieren.