In der Klinik Floridsdorf wurde kurz vor Weihnachten ein chirurgisches Novum Realität. Ein 67-jähriger Patient erhielt einen Herz-Bypass – nicht über den klassischen Weg mit geöffnetem Brustkorb, sondern roboterassistiert. Gesteuert wurde der Eingriff über ein hochpräzises OP-System, dessen Instrumente über kleine Zugänge zum Herzen geführt werden. Der Operateur selbst sitzt dabei an einer Konsole und kontrolliert jede Bewegung millimetergenau.

Für den Patienten brachte diese Methode spürbare Vorteile. Der Krankenhausaufenthalt fiel deutlich kürzer aus, auf Schmerzmittel konnte weitgehend verzichtet werden, Blutkonserven waren nicht nötig. Besonders relevant war dies im konkreten Fall, da der Patient an Diabetes leidet und damit ein erhöhtes Risiko für Wundheilungsstörungen trägt – ein Risiko, das durch den minimalinvasiven Zugang deutlich reduziert wurde.

Technik, die Teamarbeit erfordert

So beeindruckend die Technologie ist, so hoch sind auch die Anforderungen an das medizinische Personal. Roboterassistierte Herzoperationen sind bislang eine Ausnahme. Die Vorbereitung ist langwierig, die Ausbildung anspruchsvoll. Das OP-Team der Klinik Floridsdorf hat sich rund ein Jahr lang auf den Eingriff vorbereitet, Schulungen im Ausland absolviert und Abläufe intensiv an Simulatoren trainiert.

Entsprechend versteht sich der Einsatz des Roboters nicht als Ersatz für ärztliche Expertise, sondern als Erweiterung chirurgischer Möglichkeiten. Perspektivisch sollen solche Eingriffe regelmäßig stattfinden.

KI entlastet hinter den Kulissen

Während in Wien hochkomplexe Operationen robotisch unterstützt werden, schreitet andernorts die Digitalisierung im administrativen Bereich voran. Im Bezirkskrankenhaus St. Johann, in Tirol werden Entlassungsbriefe künftig mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt – ein österreichweiter Premiereinsatz dieser Art.

Nach einer rund eineinhalbjährigen Entwicklungsphase wird das System nun schrittweise eingeführt. Die KI erstellt dabei Vorlagen, die von Ärzten final geprüft werden. Geplant sind zwei Versionen: eine fachlich detaillierte für weiterbehandelnde Mediziner und eine verständlich formulierte für Patienten.

Weniger Bürokratie, mehr Zeit für Medizin

Der Nutzen ist vor allem organisatorisch. Täglich fallen im stationären Betrieb zahlreiche Entlassungsbriefe an, in Spitzenzeiten im ambulanten Bereich sogar mehrere Hundert. Die

KI soll diesen Prozess deutlich beschleunigen, Wartezeiten verkürzen und medizinisches Personal spürbar entlasten.

Zusätzliche Vorteile ergeben sich durch die Möglichkeit, Dokumente in mehreren Sprachen zu erstellen – ein wichtiger Faktor in einer stark touristisch geprägten Region.