Seit Anfang der Woche kostet der Zutritt zum abgegrenzten Bereich direkt am Wasserbecken des Trevi-Brunnen zwei Euro. Die weite Platzfläche davor bleibt weiterhin ohne Einschränkungen zugänglich. Damit trennt die Stadt erstmals zwischen dem allgemeinen Aufenthalt und dem unmittelbaren Zugang zum Monument selbst.

Nach Angaben der Stadtverwaltung sollen die neuen Regeln vor allem eines leisten: Ordnung schaffen. Zu Stoßzeiten drängten sich bislang Zehntausende Besucher gleichzeitig rund um das Becken – mit Folgen für Sicherheit und Atmosphäre.

Besucherlenkung statt dauerhaftem Andrang

Das neue System soll die Menschenmengen entzerren und Gedränge reduzieren. Offiziell spricht Rom von einem verbesserten Besuchererlebnis und vom Schutz eines der sensibelsten Denkmäler der Stadt. Der Brunnen ist täglich Ziel für Fotos, Selfies und den traditionellen Münzwurf – ein Ritual, das den Trevi-Brunnen weltweit berühmt gemacht hat.

Bereits seit einiger Zeit gilt für den unmittelbaren Bereich eine Obergrenze von 400 Personen. Mit dem Eintrittsgeld wird diese Begrenzung nun konsequent umgesetzt. Zudem wurden separate Zugänge für Einheimische und Touristen eingerichtet.

Wer zahlen muss – und wer nicht

Tickets sind online über eine eigene Plattform erhältlich, außerdem direkt vor Ort sowie an touristischen Informationsstellen in der Stadt. Für Bewohner von Rom bleibt der Zugang kostenlos. Auch Kinder unter sechs Jahren sowie Menschen mit Behinderung und ihre Begleitpersonen sind vom Eintritt befreit.

Das System gilt an den meisten Tagen zwischen 9:00 und 22:00 Uhr. An Montagen und Freitagen öffnet der kontrollierte Zugang erst ab 11:30 Uhr. Außerhalb dieser Zeiten ist der Brunnen weiterhin ohne Ticket erreichbar.

Rom folgt dem europäischen Trend

Die Zahlen verdeutlichen das Ausmaß: Allein in der ersten Jahreshälfte 2025 wurden mehr als 5,3 Millionen Besucher im Umfeld des Trevi-Brunnens gezählt. Jahr für Jahr strömen Millionen Menschen an den Ort, um eine Münze über die linke Schulter ins Wasser zu werfen – ein Versprechen auf die Rückkehr nach Rom.

Mit dem Eintritt für den Trevi-Brunnen reiht sich Rom in eine wachsende Zahl europäischer Städte ein, die dem Massentourismus Grenzen setzen. Besonders prominent ist auch das Beispiel Venedig, wo Tagestouristen inzwischen ebenfalls zahlen müssen und die Stadt bereits Millioneneinnahmen verbucht.