Die Zahlen werfen ein Schlaglicht auf die Belastung des Justizsystems: Diese Gruppe bindet nicht nur die Mehrheit der Haftplätze, sondern verursacht auch Kosten in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro pro Jahr.

Zum Stichtag 31. Oktober 2025 waren exakt 10.013 Personen in bayerischen Gefängnissen inhaftiert, wie Justizminister Georg Eisenreich (CSU) in seiner Antwort mitteilt. Davon befanden sich 29,67 Prozent in Untersuchungshaft und 1,32 Prozent in Abschiebehaft. Die Strafvollzugsstatistik zum 31. März 2025 zeigt: Nur 48,5 Prozent der Inhaftierten besaßen die deutsche Staatsangehörigkeit. Unter diesen Deutschen waren wiederum 14,82 Prozent an einem Ort außerhalb der Bundesrepublik geboren. Zusammengerechnet ergibt das einen Anteil von rund 58,7 Prozent an Häftlingen, die entweder Ausländer oder Deutsche mit einem ausländischen Geburtsort sind.

Besonders hoch ist dieser Anteil in der Untersuchungshaft: Zum 31. März 2025 saßen hier 1.967 Ausländer, ergänzt um 165 Deutsche mit ausländischem Geburtsort, was einem Gesamtanteil von etwa 71,8 Prozent entspricht.

Die Herkunft der ausländischen Häftlinge ist vielfältig: Die größte Gruppe stammt aus Rumänien (530), gefolgt von der Türkei (379), Polen (370) und Syrien (347). In der Abschiebehaft, die 141 Personen umfasste, dominierten die Herkunftsländer Afghanistan, Algerien, Georgien, Nigeria und Syrien.

Anteil nicht-deutscher Insassen stieg in zehn Jahren massiv

Die finanziellen Auswirkungen für den Freistaat sind dabei erheblich. Die durchschnittlichen Kosten pro Häftling und Tag beliefen sich 2024 auf 192,95 Euro, einschließlich Haftkosten, Bau- und Sachinvestitionen. Hochgerechnet auf ein Jahr entstehen so für die Gruppe der Ausländer und Deutschen mit Auslandsgeburt Kosten von über 413 Millionen Euro im regulären Strafvollzug. Allein für die Untersuchungshaft dieser Gruppe fallen mehr als 150 Millionen Euro pro Jahr an.

Eisenreich betont in seiner Antwort, dass diese Kosten allgemein erfasst werden und nicht nach Staatsangehörigkeit differenziert sind. Die Entwicklung des Anteils nicht-deutscher Häftlinge zeigt einen klaren Trend: Von 35,54 Prozent im Jahr 2015 stieg er bis 2025 auf 51,53 Prozent.

Zu Delikten wie Tötung (488 Häftlinge), Körperverletzung (900) oder Sexualstraftaten (639) liegen keine spezifischen Aufschlüsselungen nach Herkunft vor, ebenso wenig zu Drogen-, Raub- oder Eigentumsdelikten bei Ausländern. Das Ministerium verweist darauf, dass keine Daten zu Migrationshintergrund oder Einreisedaten nach 2015 existieren.

Der rechtspolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Bayerischen Landtag, Rene Dierkes, teilte gegenüber NIUS mit: „Angesichts der Tatsache, dass über 58 Prozent der Gefängnisinsassen in Bayern Ausländer oder Deutsche mit Auslandsgeburt sind und diese jährlich hunderte Millionen Euro an Steuergeldern binden, fordern wir konsequente Abschiebungen krimineller Ausländer.“ Dadurch könne man „Justizsysteme entlasten“ und „den Steuerzahler von unnötigen Kosten befreien“, so Dierkes.

Dieser Beitrag ist ursprünglich bei unserem Partner-Portal NiUS erschienen.