Der Wiener Opernball – Glamour, Blitzlicht, internationale Gäste. Doch über der Ballnacht schwebte heuer die Terrorwarnstufe 4. 400 Polizisten, Cobra, Sprengstoffexperten – Ausnahmezustand statt Walzerseligkeit. Im exxpress Live-Studio diskutierten Laura Sachslehner und Politologe Ralph Schöllhammer zwei Stunden lang über Sicherheit, Migration und die Frage: Wie sicher ist Österreich wirklich?

Opernball im Schatten der Terrorwarnstufe

„Man hat mittlerweile bei solchen Großereignissen immer ein mulmiges Gefühl“, sagte Sachslehner mit Blick auf die europäische Anschlagsserie der letzten Jahre. Konzerte, Sportevents, Song Contest – jede Großveranstaltung werde inzwischen durch die Sicherheitsbrille betrachtet. Schöllhammer sprach aus, was viele denken: „Die, die die Bevölkerung schützen, müssen immer Glück haben. Der Terrorist muss nur einmal Glück haben.“

Dass Österreich weiterhin auf Terrorwarnstufe 4 steht, werde oft verdrängt. „Man redet gar nicht mehr, ob etwas passiert – man fragt sich nur noch, wann wieder etwas passiert“, so der Politologe.

„Wir haben uns dieses Problem importiert“

Besonders scharf wurde die Debatte bei der Frage nach Gefährdern und Migration. Nach Razzien in Flüchtlingsunterkünften – IS-Flaggen und extremistisches Material wurden gefunden – stellte Schöllhammer klar: „Die korrekte Anzahl der Terrorsympathisanten unter Flüchtlingen ist null. Allein die Tatsache, dass man Unterkünfte durchsuchen müsse, zeige, „dass wir nicht wissen, wer da zu uns kommt“.

Sachslehner warnte vor einer Spirale: „Solange wir die Wurzel des Problems nicht bekämpfen, drehen wir uns im Hamsterrad.“ Mehr Gefährder, mehr Radikalisierung, mehr Sicherheitskosten – aber keine Lösung.

Die Frage, ob Zuwanderung aus bestimmten Regionen generell gestoppt werden müsse, wurde offen diskutiert. Schöllhammer ging weit: „Es ist absolut in Ordnung, Zuwanderung aus Regionen mit erhöhtem Gefahrenpotenzial auf Null zu beschränken.“

Und Sachslehner brachte es auf den Punkt: „Sobald jemand die Staatsbürgerschaft hat, stehen ihm alle Rechte zu. Deshalb müssen wir vorher ganz genau hinschauen.“