Sie macht heute den Schluss – und gibt sich trotzdem entspannt: Sonja Sagmeister, langjährige ORF-Journalistin, geht mit einem „positiven Gefühl” in ihr Hearing. Gegenüber „oe24″ sprach sie von einer regelrechten Welle der Unterstützung: rund 250.000 Views auf ihrem Social-Media-Profil, ein veritabler Rummel. Es gehe um die Zuseher – und die könne sie authentisch vertreten.
Sagmeister schaut in der Medienlounge vorbei
Pünktlich zum Wahltag legte Sagmeister noch nach: In der Nacht zuvor sei eine Petition namens „Weißfunk” entstanden, kündigte sie auf X an. Es ist der Name ihres Reformprogramms, mit dem sie laut eigenen Angaben bereits breite Unterstützung aus der Zivilgesellschaft gesammelt hat – darunter Ex-EU-Kommissar Franz Fischler und Konsumentenschützer Peter Kolba. Inhaltlich setzt „Weißfunk” auf Transparenz, Unabhängigkeit und ein Anti-Privilegien-Programm: Sagmeister würde auf Dienstwagen und Chauffeur verzichten und diese Vorgabe auch den anderen ORF-Direktoren machen. „Anecken statt Anbiedern” lautet ihr Motto.
Während rundherum die Nervosität steige und „alle kalte Hände” hätten, sieht sich Sagmeister selbst als „die Entspannteste”. Ihr Kalkül: „Ich kann nur gewinnen – und der ORF auch.” Das Erste, was sie täte: sich bei den Zusehern entschuldigen, nach allem, was war. Sie ortet eine Aufbruchstimmung, ein frischer Wind solle durch den ORF wehen.
Wie sie gegenüber den Medienvertretern betont sind ihre Prioritäten klar: Nicht das Personalpaket gehöre zuerst diskutiert, sondern der Draht zum Publikum. Der ORF solle serviceorientiert sein, Kritik als Vorteil begreifen, Stellung beziehen. Wer jetzt schon sage, wo gespart werde, könne das gar nicht wissen – seriöse Sparkonzepte ließen sich erst erarbeiten, sobald die Wahl geschlagen ist.
Sich selbst sieht Sagmeister im Wettbewerbsnachteil – doch sie ist schlussendlich nominiert worden und im Hearing dabei, und das zählt. Klar positioniert sie sich „gegen Postenschacherei”. Übrigens: Ohne das erstmals angewandte Europäische Medienfreiheitsgesetz, sagt sie, gäbe es ihre Bewerbungsmöglichkeit gar nicht – Stichwort Nichtdiskriminierung.

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