Ein 76-jähriger Pensionist aus Klagenfurt wurde Anfang Jänner Opfer eines ausgeklügelten Betrugs. Unbekannte verschafften sich Zugriff auf seinen Computer und spielten eine Schadsoftware auf, die das Gerät praktisch lahmlegte. Statt normaler Funktionen erschienen lediglich drei statische Bilder auf dem Bildschirm – eines davon mit einer Telefonnummer. In der Annahme, Hilfe zu erhalten, wählte der Mann diese Nummer.

Am anderen Ende meldete sich eine Frau, die sich als Ansprechpartnerin für ein angebliches Sicherheitsproblem ausgab. Sie erklärte, eine Überweisung des Pensionisten habe einen Virus ausgelöst und müsse dringend „bereinigt“ werden. Der Mann wurde angewiesen, erneut seine Bank-App zu öffnen – ein Schritt, der den Tätern Tür und Tor öffnete.

Leises Abbuchen, großer Schaden

Innerhalb von nur zwei Tagen kam es zu insgesamt 29 Zugriffen auf das Konto des Opfers. In mehreren Tranchen wurden so mehrere zehntausend Euro abgebucht, ohne dass der Mann zunächst Verdacht schöpfte. Erst als das Ausmaß des Schadens deutlich wurde, wandte er sich an die Polizei. Die Täter sind bislang unbekannt.

Gefälschte Behördenmails als neue Eskalationsstufe

Bereits wenige Wochen zuvor hatten Experten vor einer besonders raffinierten Phishing-Welle gewarnt. Im Dezember kursierten massenhaft E-Mails, die auf den ersten Blick scheinbar von der österreichischen Polizei stammten. Absenderadresse, Sprache und Format wirkten seriös, der Betreff suggerierte eine „amtliche Prüfung von Unterlagen“.

Der Haken: Im Anhang befand sich ein HTML-Dokument, hinter dem sich Schadsoftware verbarg. Möglich wurde diese Täuschung durch sogenanntes Spoofing – eine Technik, mit der Kriminelle echte Absenderadressen imitieren und so Vertrauen erschleichen. Unternehmen und Organisationen standen dabei offenbar im Fokus.

Ein wachsendes Problem mit hoher Dunkelziffer

Experten gehen davon aus, dass nur ein Teil der Betrugsfälle tatsächlich angezeigt wird. Scham, Unsicherheit oder die Hoffnung, den Schaden selbst begrenzen zu können, führen dazu, dass viele Opfer zunächst schweigen. Gleichzeitig professionalisieren sich die Täter weiter – technisch wie psychologisch.