Schleichender Tod bei Haustieren: Tierschützer schlagen Alarm
Immer häufiger werden Haustiere Opfer tödlicher Giftstoffe. Besonders in den vergangenen Monaten häufen sich alarmierende Fälle – auch in Kärnten. Die Tierschutzombudsfrau des Landes, Jutta Wagner, warnt vor einer besorgniserregenden Entwicklung, die immer mehr Vierbeiner in Lebensgefahr bringt.
Ein aktueller Fall aus Unterkärnten zeigt die Problematik deutlich auf. Dort wurden dem ORF zufolge, mehrfach verendete Katzen gefunden. Untersuchungen bestätigten den Verdacht: Die Tiere starben an blutgerinnungshemmenden Rattengiften. Diese Substanzen sind hochgefährlich für Vierbeiner. Eine Vergiftung macht sich häufig nicht sofort bemerkbar, sondern führt schleichend zu inneren Blutungen.
„Die Tiere werden schwach, die Schleimhäute werden blass, sie verbluten innerlich“, beschreibt Wagner die typischen Symptome gegenüber dem ORF. Besonders tückisch sei, dass nicht jedes Tier direkt mit dem Gift in Berührung kommen müsse. Oft reicht es aus, einen vergifteten Nager zu fressen, um selbst zu sterben. Diese sogenannten Sekundärvergiftungen betreffen vor allem Katzen, aber auch Füchse, Eulen oder andere Greifvögel.
Gifte, die in der Umwelt bleiben
Problematisch sind vor allem jene Wirkstoffe, die sich über längere Zeit in der Umwelt anreichern. Sie verschwinden nicht nach wenigen Tagen, sondern wirken fort – auch dort, wo sie niemals hätten wirken sollen. Wagner warnt davor, dass diese Stoffe nicht nur tödlich sind, sondern auch Fortpflanzung und Gesundheit ganzer Tierpopulationen gefährden.
Neue Regeln zum Jahreswechsel
Seit dem 1. Jänner 2026 gelten in Österreich strengere Vorgaben für den Umgang mit bestimmten Giftködern. Wer beruflich mit Ratten- oder Mäusegiften arbeitet – etwa in der Landwirtschaft, in Gemeinden oder in Lagerbetrieben – muss seither einen verpflichtenden Sachkundenachweis erbringen.
Auch jenseits der Grenze wächst die Sorge
Das Problem beschränkt sich längst nicht auf Österreich. Erst kürzlich warnte auch die Polizei in Deutschland vor ausgelegten Giftködern. In Hude, nahe Oldenburg, entdeckte ein Spaziergänger präparierte Leberwurstbrötchen mit Tablettenauflagen. Der mutmaßliche Täter konnte fliehen, das Gebiet wurde abgesperrt, Hundebesitzer zur Vorsicht aufgerufen.
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