Die Zahlen sind brisant. Die Zahl der angezeigten Vergewaltigungen (§ 201 StGB) stieg von 826 Fällen im Jahr 2015 auf 1.359 Opfer/Fälle im Jahr 2024 – ein Anstieg um 533 Fälle bzw. rund 64,5 Prozent. Parallel dazu erhöhte sich auch die Zahl der Tatverdächtigen von 688 auf 1.196.

Die jüngst bekannt gewordenen Zahlen für 2025 zeigen zwar einen leichten Rückgang auf 1.147 Tatverdächtige, liegen aber weiterhin deutlich über dem Niveau von 2015. Das sind noch immer 459 Personen mehr – ein Plus von rund 66,7 Prozent.

Besonders auffällig sind zwei Entwicklungen: Die Zahl der fremden Tatverdächtigen hat sich seit 2015 mehr als verdoppelt. Noch drastischer ist der Anstieg bei syrischen Tatverdächtigen. Sie stellen inzwischen die mit Abstand größte Gruppe unter den ausländischen Verdächtigen.

Fremde Verdächtige bei Vergewaltigung mehr als verdoppelt

Neue Daten des Innenministeriums zeigen eine klare Entwicklung. 2015 wurden 250 fremde Tatverdächtige wegen Vergewaltigung registriert. Ihr Anteil an allen Verdächtigen lag bei 36,3 Prozent, jener der österreichischen bei 63,7 Prozent.

Bis 2024 stieg die Zahl der ausländischen Verdächtigen auf 562 – ein Plus von 312 Fällen gegenüber 2015. 2025 lag die Zahl mit 538 zwar etwas darunter, aber immer noch um 288 Fälle höher als 2015.

Auch die Zahl der österreichischen Verdächtigen ist gestiegen, allerdings deutlich schwächer: von 438 im Jahr 2015 auf 609 im Jahr 2025 – ein Plus von 171 Fällen. Der Höchststand wurde 2024 mit 634 Verdächtigen erreicht.

Kurz gesagt: Während die Zahl der österreichischen Verdächtigen seit 2015 um 39 Prozent zunahm, stieg jene der ausländischen um 115 Prozent – und hat sich damit mehr als verdoppelt.

Das Verhältnis hat sich deutlich verschoben: 2025 waren 46,9 Prozent der Verdächtigen ausländische Staatsangehörige, 53,1 Prozent österreichische. Das fällt umso mehr auf, als ausländische Staatsangehörige nur 20,5 Prozent der Bevölkerung ausmachen.

Syrer jetzt größte Tätergruppe

Eine Gruppe sticht besonders hervor: Syrer. 2015 wurden drei syrische Tatverdächtige registriert. 2024 waren es 92, 2025 bereits 101 – ein Vielfaches des Ausgangswerts.

Damit stellen Syrer heute die mit Abstand größte Gruppe unter den fremden Tatverdächtigen. Bei Vergewaltigung ist mittlerweile fast jeder fünfte ausländische Verdächtige Syrer.

Diese Nationalitäten fallen besonders auf

Neben Syrien zeigen auch andere Länder auffällige Werte. Besonders Afghanistan liegt seit Jahren bei rund 50 Fällen jährlich. Auch die Türkei sowie Rumänien weisen konstant relevante Zahlen auf.

Die Täterstruktur ist breit – einzelne Gruppen sind jedoch deutlich stärker vertreten.

Schutzstatus und Migrationshintergrund bleiben unsichtbar

Asylwerber machen einen Teil der Tatverdächtigen aus – zuletzt etwa 66 bis 69 Fälle pro Jahr. Eine zentrale Frage bleibt jedoch unbeantwortet: Das Innenministerium hält fest, dass Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte statistisch nicht gesondert auswertbar sind.

Noch weiter geht die Lücke bei österreichischen Tatverdächtigen. Ein Migrationshintergrund wird nicht erfasst. Weder Geburtsland noch Herkunft der Eltern scheinen in der Statistik auf.

Wer einen österreichischen Pass besitzt, wird schlicht als „Österreicher“ geführt – unabhängig von einem möglichen Zuwanderungsbezug. Ein wesentlicher Teil der Täterstruktur bleibt damit unsichtbar.

Klare Trends – aber kein vollständiges Bild

Kritik kommt vom FPÖ-Nationalratsabgeordneten Christian Lausch, der seit Jahrzehnten als Justizwachebeamter in der Justizanstalt Josefstadt arbeitet. Ohne vollständige Daten könne man die Probleme nicht lösen: „Dann kann man nämlich an den Problemen nicht arbeiten.“

Eines ist zumindest klar: Die Zahl der angezeigten Vergewaltigungen steigt deutlich. Die Zahl der ausländischen Tatverdächtigen wächst noch schneller – besonders stark bei Syrern, und zwar in alarmierendem Ausmaß.