Schöllhammer: „Mit Retro-Parolen gewinnt man keine Mehrheit“
Interne Zweifel, enttäuschte Basis und massive Wählerverluste nach links und rechts: Während die SPÖ um ihre Führung ringt, wächst der Druck auf Parteichef Babler – und die Frage, ob der eingeschlagene Kurs überhaupt mehrheitsfähig ist.
Erst das SPÖ-Chaos, dann die grüne Klassenkampf-Inszenierung: Im exxpress Live-Studio wurde es politisch brisant. Laura Sachslehner analysierte messerscharf das Führungsdesaster rund um Andreas Babler, während Ralph Schöllhammer die Erbschaftssteuer-Offensive der Grünen als „Blasendebatte“ entlarvte.
SPÖ am Abgrund: „Alle Lager sind unzufrieden“
Christian Kern tritt doch nicht an – und trotzdem brennt in der SPÖ lichterloh. Doris Bures wollte sich nicht einmal klar zu Babler bekennen. Für Sachslehner ist klar: „Dieses Projekt Andreas Babler war von Anfang an zum Scheitern verurteilt.“ Das Problem: Die SPÖ verliert nach links und nach rechts. Wähler wandern zu Grünen, KPÖ – aber auch massiv zur FPÖ.
Schöllhammer analysierte: „Österreich ist ein Mitte-Rechts-Land. Wenn man zehn Prozent nach rechts verliert und drei nach links, sollte man wissen, wen man zurückholen muss.“ Doch Babler habe es geschafft, sogar die eigene Basis zu enttäuschen. „Es gibt keine Vision, keine inhaltliche Tiefe – nur alte Retro-Klassiker aus der Mottenkiste“, so Sachslehner.
Und das größte Problem? Während sich die SPÖ mit sich selbst beschäftigt, verliert die Regierung weiter an Vertrauen.
Grüne Erbschaftssteuer: Klassenkampf als Instagram-Show
Kaum ebbt die SPÖ-Debatte ab, starten die Grünen ihre nächste Offensive: Erbschaftssteuer ab einer Million Euro. Begleitet von einem schauspielerischen Instagram-Video mit Ex-Ministerinnen Zadic, Gewessler und Maurer. Sachslehner reagierte deutlich: „Das ist eine Blasenpolitik, völlig vorbei an der Lebensrealität der Österreicher.“
Schöllhammer sprach von einer gefährlichen moralischen Überhöhung:
„Diese automatische Verbindung, dass jemand, der reich ist, unmoralisch sein muss – das habe ich nie verstanden.“ Besonders brisant: Österreich habe kein Einnahmen-, sondern ein Ausgabenproblem. „Die Menschen arbeiten ohnehin schon zur Hälfte für den Staat – und sollen beim Vererben noch einmal zahlen?“ Für beide Gäste ist klar: Mit Klassenkampf-Rhetorik gewinne man niemanden zurück. Im Gegenteil.
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