Schöllhammer: „Und plötzlich reden wir immer von Krieg.“
Die Münchner Sicherheitskonferenz zeigt eine neue Härte im Ton – zwischen Aufrüstung, geopolitischer Machtfrage und wachsender transatlantischer Spannung.
In exxpress live wurde auch die Münchner Sicherheitskonferenz intensiv analysiert. Ralph Schöllhammer, Gerald Markel und ein weiterer Gast diskutierten die geopolitischen Verschiebungen, die Rolle der USA und die Frage, ob Europa strategisch klar oder rhetorisch überdreht agiert.
Rubios Abrechnung mit Europa
Ralph Schöllhammer sah in der Konferenz vor allem eines: eine scharfe Zäsur im transatlantischen Verhältnis. Die Aussagen aus den USA – insbesondere die Kritik an Europas Migrationspolitik und an Einschränkungen der Meinungsfreiheit – wertete er als Signal. „Europa wird nicht mehr geschont“, so sein Tenor.
Gerald Markel stimmte zu, dass sich der Ton deutlich verschärft habe. Die amerikanische Erwartung sei klar: Europa müsse sicherheitspolitisch eigenständiger werden – aber auch politisch glaubwürdig bleiben. Die Münchner Bühne habe gezeigt, dass Geduld in Washington nicht unendlich sei.
Zwischen Aufrüstung und Realitätsverlust
Schöllhammer warnte vor einer gefährlichen Dynamik: Wenn politische Führung ständig in militärischen Kategorien denke, entstehe eine rhetorische Eskalationsspirale. „Europa redet sich in einen Krieg hinein“, formulierte er zugespitzt. Für ihn sei die entscheidende Frage, ob Strategie oder Symbolpolitik dominiere.
Markel ergänzte, dass Sicherheit nicht nur militärisch definiert werden dürfe. Wirtschaftliche Stabilität, Energiepolitik und gesellschaftlicher Zusammenhalt seien ebenso sicherheitsrelevant. Die Sicherheitskonferenz habe gezeigt, wie nervös das System geworden sei – und wie groß die strategische Unsicherheit tatsächlich ist.
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