Nun also die Gegenseite: Der stellvertretende Stiftungsratsvorsitzende Gregor Schütze (ÖVP) ist in der Medienlounge erschienen, um seine Sicht auf den „Putz dich”-Zuruf von Peter Westenthaler (FPÖ) darzulegen – und er teilt zurück.
Er habe Favorit Clemens Pig nicht unterstützt, wie Westenthaler behauptet hatte, stellt Schütze klar. Vielmehr habe man Westenthaler darauf hingewiesen, dass die Befragung sachlich bleiben müsse: „Es wird unseriös, wenn eine sachliche Ebene verlassen wird, darauf haben wir hingewiesen.” Die Spitze gegen den FPÖ-Mann lässt er sich nicht nehmen: Westenthaler habe bei seinem „Putz dich” offenbar „den Stiftungsrat mit dem Fußballplatz verwechselt”.
Schütze nahm auch die Kandidaten in Schutz: „Kein Kandidat hat es nötig, dass irgendjemand der Stiftungsräte ihn unterstützt oder aber besonders aggressiv befragt.” Darauf hätten er und Vorsitzender Heinz Lederer hingewiesen. Die Sitzung selbst lobte er ausdrücklich: Man habe „seit fast neun Stunden eine in sehr, sehr weiten Teilen extrem sachliche und hoch professionelle Sitzung”, und das mit einer großen Zahl hervorragender Bewerberinnen und Bewerber. Der Stiftungsrat befinde sich in einem „besonders ausgewogenen, professionellen Prozess”.
Damit steht Aussage gegen Aussage: Westenthaler hatte zuvor erklärt, er habe Pig „gern und gut” befragt, während sich Schütze eingemischt habe – Pig brauche keine Unterstützung. Schütze dreht den Spieß um.
Unterdessen läuft der Marathon weiter: Inzwischen steht Markus Breitenecker als sechster Kandidat vor dem Stiftungsrat. Mehrere Räte rechnen mittlerweile damit, dass sich ein Abschluss der Hearings bis Mitternacht zieht. Möglich ist sogar, dass heute überhaupt kein Ergebnis mehr fällt und erst spät in der Nacht oder später feststeht, wer den ORF ab 2027 führt.

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