Schul-Schock: Zwei Drittel der Schüler wissen nicht, welchen Beruf sie wollen
Alarmierende Zahlen aus Österreichs Klassenzimmern: Zwei von drei Schülern fühlen sich laut einer bundesweiten Umfrage nicht ausreichend auf ihre Zukunft vorbereitet. Die Schülerunion fordert jetzt mehr Bildungs- und Berufsorientierung – und bringt eine neue „Mittlere Reife“ ins Spiel.
Eine neue Umfrage der Schülerunion sorgt für Aufsehen: Zwei von drei Schülern in Österreich fühlen sich nicht ausreichend auf ihre Zukunft vorbereitet. An der bundesweiten Befragung nahmen mehrere tausend Jugendliche teil.
Für den Bundesobmann der Schülerunion, Maximilian Pech, ist das ein deutliches Warnsignal. „Unsere Umfrage zeigt, dass zwei von drei Schüler:innen nicht wissen, welchen Beruf sie später einmal ausüben möchten“, sagt er. Viele junge Menschen hätten zu wenig Orientierung über ihre Möglichkeiten nach der Schule.
Mehr Orientierung gefordert
Die Schülerunion fordert daher mehr Bildungs- und Berufsorientierung an Schulen. Jugendliche müssten früher Einblicke in verschiedene Ausbildungs- und Studienmöglichkeiten bekommen. Praktika, Informationsveranstaltungen oder Gespräche mit Fachkräften könnten helfen, realistische Vorstellungen von möglichen Berufswegen zu entwickeln.
Dabei dürfe weder eine Lehre noch ein Studium als „besser“ oder „schlechter“ dargestellt werden. Beide Wege seien für Gesellschaft und Wirtschaft gleichermaßen wichtig.
Neue Prüfung: „Mittlere Reife“
Zusätzlich bringt die Schülerunion eine neue Maßnahme ins Spiel: eine „Mittlere Reife“ nach der Sekundarstufe I. Ziel ist, sicherzustellen, dass alle Schüler grundlegende Kompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen beherrschen.
Bereits in der 6. oder 7. Schulstufe sollen dafür verpflichtende Testungen stattfinden. Bei Defiziten sollen Gespräche zwischen Lehrern, Eltern und Schülern folgen sowie gezielte Fördermaßnahmen.
Am Ende der Sekundarstufe I soll dann eine Prüfung über diese Grundkompetenzen stehen. Wer sie nicht besteht, müsste eine verpflichtende Sommerschule besuchen und anschließend erneut antreten. Erst mit positivem Ergebnis soll ein weiterer Bildungsweg möglich sein.
Kritik am Bildungssystem
Für die Schülerunion zeigen die Umfrage-Ergebnisse, dass das Bildungssystem dringenden Reformbedarf hat. „Die Ergebnisse unserer Umfrage haben uns erschüttert“, sagt Pech.
Auch Bundesgeschäftsführerin Bernadette Krall sieht Handlungsbedarf. Ziel müsse sein, die Defizite im Schulsystem frühzeitig zu erkennen und gezielt zu beheben.
Die Botschaft der Schülervertretung ist klar: Mehr Orientierung und klare Bildungsstandards sollen Jugendlichen helfen, besser vorbereitet in ihre Zukunft zu starten.
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