Brisante Enthüllungen rund um ein Fußballspiel in Linz: Bei einer Schwerpunktkontrolle des Amts für Betrugsbekämpfung hat die Finanzpolizei gravierende arbeits- und sozialrechtliche Missstände beim eingesetzten Sicherheitsunternehmen festgestellt.

Der erste Hammer: Laut Sicherheitskonzept hätten 176 Security-Mitarbeiter im Einsatz sein müssen – tatsächlich waren es nur 93 Personen. Damit war nicht einmal die Hälfte der vorgesehenen Kräfte vor Ort.

Besonders brisant: Zwei der kontrollierten Security-Mitarbeiter waren noch minderjährig. Laut den Angaben der Finanzpolizei wurde ihr Geburtsdatum offenbar gefälscht.

Dazu kommt ein Sicherheitsproblem, das in einem Stadion schnell lebensgefährlich werden kann: Große Teile des eingesetzten Personals waren der deutschen Sprache kaum mächtig. Laut Berichten waren sie dadurch nicht fähig, sicherheitsrelevante Anweisungen im Notfall verständlich anzunehmen oder weiterzugeben.

84 Übertretungen – von Meldepflicht bis Arbeitszeit-Aufzeichnung

Die Kontrolle brachte eine lange Liste an Verstößen ans Licht: Insgesamt wurden 84 Übertretungen festgestellt. Darunter:
– 35 Verstöße gegen sozialversicherungsrechtliche Meldepflichten
– 16 Personen, die gleichzeitig Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung bezogen
– 17 Fälle ohne gesetzlich vorgeschriebene Arbeitszeitaufzeichnungen

Weitere Ermittlungen zu den beteiligten Unternehmen sowie zu den konkreten Beschäftigungsverhältnissen laufen.

Marterbauer kündigt Strafen an

Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) kündigte Konsequenzen an und stellte klar: „Ob am Fußballfeld oder abseits davon: Fairness muss absolute Priorität haben. Wer unfaire Praktiken ausübt, um sich einen Vorteil zu verschaffen, gehört bestraft.“

Zugleich warnte er davor, jene zu benachteiligen, die sich an Regeln halten: „Die Vielen, die sich an die Regeln halten dürfen nicht benachteiligt sein. Nur wenn alle nach denselben Regeln spielen, kann es einen fairen Wettbewerb geben, der schlussendlich auch zu mehr Gerechtigkeit führt.“