Die Anklage spannt einen weiten Bogen: zwischen 2023 und 2025 soll der Mann zugeschlagen haben. Nicht einmal, nicht zweimal – sondern fünfmal. Das Muster: Supermarkt, Ladenschluss, Abrechnung – genau dort, wo Bargeld vorhanden ist und nur noch wenige Mitarbeiter vor Ort sind.

Airsoft-Pistole als Druckmittel

Im Zentrum der Vorwürfe steht eine Airsoft-Pistole, mit der der Angeklagte die Beschäftigten bedroht haben soll. Für die Opfer blieb in der Situation nur die eine Realität: Da steht jemand mit einer Waffe vor ihnen, fordert Geld – und lässt keinen Zweifel daran, dass Widerstand gefährlich werden kann.

Kabelbinder, Nackendruck, totale Kontrolle

Besonders schwer wiegt ein geschilderter Ablauf: Der Angeklagte soll die Waffe gegen den Nacken eines Angestellten gedrückt haben. Danach habe er den Mann an Armen und Beinen mit Kabelbindern gefesselt. Das ist nicht nur ein Überfall – das ist ein vollständiges Ausschalten des Opfers, damit niemand eingreifen, weglaufen oder Hilfe holen kann.

Beute: 8.000 bis 15.000 Euro – pro Überfall

Es ging dabei nicht um Kleingeld. Laut Krone bezifftert die Anklage die Beute pro Überfall mit 8.000 bis 15.000 Euro. Solche Summen erklären auch, warum die Taten ein klares Ziel hatten: Bargeldbestände, die rund um Abrechnung und Tagesabschluss zusammenkommen.

Brisantes Detail: Er arbeitete zuvor in der betroffenen Kette

Noch heikler wird es mit dem Hintergrund des Mannes: Er soll zuvor selbst in einem Markt der ausgeraubten Kette gearbeitet haben. Damit steht ein mögliches Insiderwissen im Raum – nicht als Gerücht, sondern als konkreter Umstand, der im Verfahren genannt wird. Es ist der Stoff, aus dem Supermarkt-Teams ihre größten Sorgen bauen: jemand, der den Betrieb kennt, die Wege, die Routinen – und die Momente, in denen man am verwundbarsten ist.