Der Jahreswechsel 2025/26 ist in den Niederlanden massiv eskaliert. Gewalt gegen Einsatzkräfte, brennende Gebäude und zahlreiche Zwischenfälle mit Feuerwerk prägten die letzte Silvesternacht, in der Böller und Raketen noch erlaubt waren.

Kirche in Amsterdam in Brand geraten

In Amsterdam kam es zu einem besonders schweren Zwischenfall. Der Turm der Vondelkirche nahe dem Vondelpark geriet in Brand. Die Spitze des Turms stürzte ein, ein Großaufgebot an Feuerwehr und Rettungskräften rückte aus. Verletzte wurden in diesem Zusammenhang zunächst nicht gemeldet.

Angriffe auf Polizei in mehreren Städten

In der Stadt Breda wurden Polizisten nach Angaben der Behörden mit Molotowcocktails und Gehwegplatten attackiert. Zudem setzten Randalierer Autos in Brand, ein Polizeiwagen brannte vollständig aus. Auch Schlägereien wurden gemeldet.

In Roosendaal an der belgischen Grenze warfen Personen schwere Feuerwerkskörper auf Beamte. Dort kam es zu sieben Festnahmen. Ähnliche Vorfälle wurden auch aus Den Haag gemeldet, wo Polizisten ebenfalls mit Böllern attackiert wurden.

In der Silvesternacht brach im Turm der Vondelkerk in Amsterdam ein Feuer aus. Die Kirche befindet sich in der Nähe des Vondelparks in der niederländischen Hauptstadt.IMAGO/ANP

Notrufnummer zeitweise überlastet

Wegen der Vielzahl an Einsätzen war die landesweite Notrufnummer zeitweise überlastet. Die Behörden riefen die Bevölkerung dazu auf, den Notruf ausschließlich bei lebensbedrohlichen Situationen zu wählen.

In der Grenzstadt Nijmegen kam ein Mensch bei einem Unglück mit einem Feuerwerkskörper ums Leben. Nähere Details zu dem Vorfall wurden zunächst nicht bekanntgegeben.

Letzte Böllernacht vor Verbot

Ab dem Jahreswechsel 2026/27 gilt in den Niederlanden ein landesweites Böllerverbot. Für die letzte erlaubte Silvesternacht deckten sich viele Menschen noch einmal großzügig ein. Nach Angaben des Branchenverbandes für Pyrotechnik wurden Feuerwerkskörper im Wert von 129 Millionen Euro verkauft. Im Vorjahr lag der Umsatz bei 118 Millionen Euro.

Zunahme illegaler Feuerwerkskörper

Parallel dazu nahm auch der Import illegaler Pyrotechnik weiter zu. Bis Ende Dezember beschlagnahmte die Polizei rund 112 Tonnen verbotener Feuerwerkskörper. Im Jahr davor waren es 107 Tonnen, 2023 rund 79 Tonnen. Die Polizei warnte vor der enormen Sprengkraft dieser Knallkörper und verglich sie mit Bomben und Granaten.

Der Verkauf und das Zünden besonders gefährlicher Böller ist bereits seit Jahren verboten. Dennoch können diese in Belgien und Deutschland legal erworben und anschließend illegal in die Niederlande gebracht werden.