Sirenen-Donner am Samstag: Probe für den Ernstfall – sind Sie vorbereitet?
Sirenen-Probealarm und AT-Alert im Härtetest: Was am Samstag den 4. Oktober passiert und warum es im Ernstfall überlebenswichtig ist.
Am Samstag, dem 4. Oktober 2025, wird es zwischen 12.00 und 12.45 Uhr laut in Österreich: Mehr als 8.000 Sirenen werden ausgelöst, dazu ertönt das digitale Warnsystem AT-Alert. Der jährliche Zivilschutz-Probealarm ist ein Fixpunkt im Herbst – er dient der technischen Überprüfung und soll die Bevölkerung daran erinnern, wie man im Ernstfall richtig reagiert.
Ablauf des Probealarms
12.00 Uhr: Sirenenprobe (15 Sekunden, Landeswarnzentralen)
12.15 Uhr: Warnung (3 Minuten Dauerton, Bundeswarnzentrale)
12.30 Uhr: Alarm (1 Minute auf- und abschwellender Heulton, Landeswarnzentralen)
12.45 Uhr: Entwarnung (1 Minute Dauerton, Landeswarnzentralen)
Die Signale stehen für „herannahende Gefahr“ (Warnung), „akute Gefahr“ (Alarm) und „Ende der Gefahr“ (Entwarnung). Im Ernstfall gilt: Radio, Fernsehen oder Internet einschalten und die offiziellen Hinweise beachten
Defizite im Wissen über Signale
Der aktuelle Krisenvorsorge-Monitor 2025 zeigt: Nur 43 Prozent der Bevölkerung erkennen den Alarm-Ton korrekt, beim Entwarnungston sind es sogar nur 27 Prozent. Vor allem unter 30-Jährige weisen deutliche Lücken auf.
Der Präsident des Zivilschutzverbands (ÖZSV) Andreas Hanger warnt: „Die Sirenen sind eine zentrale Säule unseres Warnsystems – doch nur wer die Signale kennt, kann im Katastrophenfall rasch und richtig handeln.“ Und er mahnt: „Wenn im Ernstfall Sekunden über Leben und Tod entscheiden, ist es entscheidend, dass die Menschen die Töne klar unterscheiden können.“
Sirenen & AT-Alert: ein starkes Doppel
Seit 2024 wird der jährliche Probealarm durch AT-Alert ergänzt – ein Cell-Broadcast-System, das Warnungen direkt auf die Handys der Bevölkerung sendet. Bereits beim Hochwasser im Jahr 2024 hat sich AT-Alert bewährt: 15 Warnmeldungen wurden in den betroffenen Regionen erfolgreich ausgespielt.
ÖZSV-Pärsident Hanger betont: „Sirenen und AT-Alert schließen einander nicht aus, sondern ergänzen sich perfekt. So erreichen wir die Menschen über mehrere Kanäle gleichzeitig – zuverlässig und rasch.“
Österreich verfügt schon jetzt über ein flächendeckendes, regelmäßig gewartetes Sirenennetz, das nun durch digitale Systeme erweitert wird. Deutschland etwa investiert derzeit massiv, um eine vergleichbare Infrastruktur aufzubauen. Österreichs mehrstufiges Warnsystem hat damit Vorbildcharakter für ganz Europa.
Warum der Test so wichtig ist
Die Sirenen sind nicht nur ein Relikt aus der Vergangenheit, sondern heute unverzichtbar:
Sie alarmieren nicht nur tagtäglich die Feuerwehren, sondern sie warnen die Bevölkerung bei Katastrophen – zuletzt beispielsweise beim Hochwasser 2024. Außerdem schaffen sie Aufmerksamkeit auch dort, wo Handysignale ausfallen.
„Für die Feuerwehren sind Sirenen unverzichtbar. Sie sind zuverlässig, bewährt und im Katastrophenfall lebenswichtig“, unterstreicht Robert Mayer, Präsident des Bundesfeuerwehrverbands. Hanger betont abschließend: „Der jährliche Probealarm ist mehr als ein Techniktest – er ist ein Weckruf zur Bewusstseinsbildung. Jeder sollte die Signale kennen und wissen, wie er reagieren muss.“
Alle weiteren Informationen finden Sie auf der Homepage des ÖZSV.
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