So erklärt SPÖ-Stiftungsrat Lederer den Weißmann-Rücktritt
Nach dem Rücktritt von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann werden neue Details bekannt. In der „Zeit im Bild 2“ schilderte Stiftungsrats-Chef Heinz Lederer, wie die Vorwürfe auftauchten.
Der überraschende Rücktritt von ORF-Generaldirektor Roland Weißmann sorgt weiterhin für Diskussionen – und nährt Spekulationen über mögliche Intrigen hinter den Kulissen. Nachdem Vorwürfe sexueller Belästigung durch eine ORF-Mitarbeiterin bekannt geworden waren, legte der Medienmanager am Sonntag sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder.
Stiftungsrats-Vorsitzender Heinz Lederer erklärte in der „Zeit im Bild 2“, dass sich in der vergangenen Woche der Anwalt der betroffenen Mitarbeiterin direkt an den ORF-Stiftungsrat gewandt habe. Dabei sei auch Material vorgelegt worden, das die Vorwürfe untermauern soll. Laut Lederer habe man „Schrift-, Ton- und Bildmaterial“ gesehen, das die Anschuldigungen darstellen könne.
Auffällig ist jedoch: Laut Lederer habe die Mitarbeiterin keine finanzielle Entschädigung verlangt. Ihr einziges Ziel sei der Rücktritt des Generaldirektors gewesen. Genau dieser Umstand sorgt nun im Umfeld des ORF für Spekulationen.
Weißmann selbst weist die Vorwürfe entschieden zurück. Sein Anwalt Oliver Scherbaum kritisierte, dass seinem Mandanten der konkrete Sachverhalt bis heute nicht vollständig vorgelegt worden sei. Dennoch habe der Stiftungsrat ihm nur wenige Tage Zeit gegeben, um über seinen Rücktritt zu entscheiden.
Der mutmaßliche Vorfall aus dem Jahr 2022
Eine inhaltliche Prüfung der Vorwürfe habe laut seinem Anwalt nicht stattgefunden. Um Schaden vom ORF abzuwenden, habe Weißmann schließlich seinen Rücktritt erklärt.
Der mutmaßliche Vorfall soll zudem mehrere Jahre zurückliegen – aus der Zeit kurz nach Beginn seiner Amtsperiode 2022. Beobachter sprechen deshalb von vielen offenen Fragen und schließen auch politische Motive oder eine gezielte Kampagne gegen den ORF-Chef nicht aus. Es gilt die Unschuldsvermutung.
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