Wer rund um die Gumpendorfer Straße lebt, kennt die Realität längst: zugesperrte Hauseingänge, beschädigte Türen, Keller, die gemieden werden, und tägliche Spuren von Verwahrlosung. Nun belegen neue Zahlen das Ausmaß der Krise.

Im Bezirk Mariahilf werden fast 16 Suchtmitteldelikte pro 1.000 Einwohner registriert. Übersetzt heißt das: In jedem durchschnittlichen Wohnhaus ist statistisch mehrfach pro Jahr die Polizei wegen Drogendelikten im Einsatz. Kaum ein anderer Bezirk ist ähnlich stark betroffen. Nur die Innere Stadt liegt noch darüber – allerdings ist der 1. Bezirk aufgrund seiner geringer Einwohnerzahl sowie der massiven Tourismus- und Partydichte kaum vergleichbar.

Die Zustände sind schlimmzVg/zVg

Der Vergleich mit ähnlich großen Bezirken zeigt die Eskalation besonders deutlich: In Neubau sind es nicht einmal fünf, in der Wieden nur drei Drogendelikte pro 1.000 Einwohner. Mariahilf liegt damit mehr als dreimal so hoch. Selbst Favoriten, Wiens bevölkerungsreichster Bezirk, bleibt mit „nur“ 9 Delikten darunter.

Situation spitzt sich weiter zu

Mit dem Winter hat sich die Situation weiter zugespitzt. Viele suchtkranke Menschen verlagern ihren Aufenthalt in Stiegenhäuser und Keller, wo sie Schutz suchen – und Verwüstung hinterlassen. Anrainer berichten von Einbrüchen, aufgebrochenen Türen, eingeschlagenen Fenstern. Zurück bleiben Blutspuren, Fäkalien, Erbrochenes und Spritzbesteck – oft in Bereichen, in denen Kinderwagen oder Fahrräder stehen.

ÖVP-Mariahilf Frauenchefin Martina HammererzVg/zVg

Die Kosten tragen die Bewohner selbst. Allein ein Wohnhaus in unmittelbarer Nähe musste 2024 über 15.000 Euro für Reinigung und Reparaturen zahlen. Selbst Sicherheitsmaßnahmen wie UV-Lampen verlieren zunehmend ihre Wirkung.

„Die Stadt schaut zu“

ÖVP-Mariahilf-Frauenchefin Martina Hammerer kritisiert die Untätigkeit der Stadt scharf. Während an Orten mit deutlich geringerer Belastung Alkoholverbote als Erfolg gefeiert würden, lasse man Mariahilf im Stich. Ihr Fazit: „Die Anrainer gehen hier durch die Hölle – und die Stadt schaut zu.“

Die Zahlen im ÜberblickzVg/zVg