Zuerst traf es eine 67-Jährige. Ein Mann, der sich als Mitarbeiter der Staatsanwaltschaft ausgab, rief sie an und behauptete, ihr Ehemann sei schuld an einem Unfall mit Todesopfer und sitze nun in Untersuchungshaft. Damit er freikomme, müsse eine „Sicherheitsleistung“ bezahlt werden.

Für die „weitere Abwicklung“ solle sie eine angebliche Staatsanwältin kontaktieren. Die Frau wählte die angegebene Nummer – und am anderen Ende verlangte die vermeintliche Anklagevertreterin eine Kaution von 18.000 Euro sowie Schmuck. Die 67-Jährige ging dafür sogar zur Bank, löste Geld vom Sparbuch und übergab anschließend Bargeld und Wertsachen in Krems einem Mann, der sich als Gerichtsmitarbeiter ausgab.

Geld und Schmuck vor Haustür abgeholt

Nur wenige Tage später fiel eine 92-Jährige auf eine ähnliche Masche herein. Die Story diesmal: Eine Freundin habe einen Unfall verursacht, bei dem eine Radfahrerin gestorben sei. Zunächst forderten die Täter 90.000 Euro. Weil die Pensionistin nicht so viel Geld zu Hause hatte, „einigte“ man sich schließlich auf 15.600 Euro plus Schmuck im Wert von rund 20.000 Euro. Der Täter schaute wohl persönlich vorbei, um Geld sowie Wertsachen mitzunehmen.

Der Abholer soll in beiden Fällen etwa 40 Jahre alt, komplett schwarz gekleidet gewesen sein – möglicherweise derselbe Mann. Beide Opfer wurden jeweils über eine Stunde am Telefon gehalten, um sie unter Dauerstress zu setzen und Kontakte nach außen zu blockieren.