Starlink gegen Zensur: Musk schaltet Iranern kostenloses Internet frei
Während das Mullah-Regime das Internet kappt, greift Elon Musk ein: Mit Starlink erhalten Iraner ein digitales Fenster zur Welt.
Starlink-Satelliten sollen Iranern trotz Internet-Blackout Zugang zur Außenwelt ermöglichen.GETTYIMAGES/Getty Images / Freier Fotograf
Die Proteste gegen das Regime auf den Straßen des Iran reißen nicht ab und fordern laut Aktivisten Tausende Todesopfer. Um Bilder und Informationen zu unterdrücken, setzt Teheran auf totale Abschottung. Doch genau diese Strategie bekommt nun Risse: Satelliteninternet aus dem All soll den Blackout umgehen.
Internet-Blackout als Waffe des Regimes
Seit Tagen greift das Mullah-Regime in Teheran zu massiven Einschränkungen der Kommunikation. Internet, Telefone und soziale Netzwerke werden immer wieder blockiert oder vollständig abgeschaltet. Das Ziel besteht darin, die Proteste niederzuschlagen und die blutigen Bilder vor der Außenwelt zu verbergen.
Laut Aktivisten sind bei den Protesten bereits mindestens 2 571 Menschen ums Leben gekommen. Verlässliche Informationen aus dem Land sind jedoch schwer zu bekommen, da auch gezielt digitale Kanäle abgeschaltet werden.
Starlink umgeht staatliche Netze
Nun kommt unerwartet Hilfe aus den USA. Angesichts der landesweiten Proteste und Blockaden hat die Raumfahrtfirma SpaceX ihren Internetdienst Starlink für den Iran kostenlos freigeschaltet. Aktivisten haben darüber informiert, Kreise bei SpaceX haben dies gegenüber dem US-Wirtschaftsportal Bloomberg bestätigt. Offizielle Angaben des Unternehmens gibt es bislang nicht.
Starlink funktioniert über Satelliten und ist somit unabhängig von staatlich kontrollierten Netzen. Nutzer benötigen spezielle Antennen und Empfangsgeräte, sogenannte Terminals. Diese sind im Iran zwar verboten, dennoch befinden sich zahlreiche Geräte im Land. Sie werden geschmuggelt und trotz des Risikos genutzt.
Zehntausende Geräte im Umlauf
Frühere Schätzungen gingen davon aus, dass sich rund 20.000 Starlink-Terminals im Iran befinden. Die Organisation Holistic Resilience, die sich für Internetzugänge im Land einsetzt, geht inzwischen jedoch von deutlich höheren Zahlen aus. Ihr Leiter Ahmad Ahmadian sagte gegenüber Bloomberg, es seien mittlerweile „mehr als 50.000 Geräte“.
Auch Aktivisten bestätigen die Einsatzfähigkeit des Systems. Der in Los Angeles lebende Aktivist Mehdi Jahjanedschad gab an, er habe beim Einschleusen der Geräte geholfen. Der Dienst sei mit einem neu aktivierten Starlink-Terminal im Iran getestet worden und voll funktionsfähig, so Jahjanedschad gegenüber der Nachrichtenagentur AP.
Behörden versuchen gegenzusteuern
Die kompakten Terminals kommunizieren direkt mit Satelliten, wodurch sie schwerer anzugreifen sind. Ganz machtlos sind die iranischen Behörden jedoch nicht. Laut Medienberichten konnte der Empfang bereits teilweise gestört werden.
Starlink kommt nicht nur im Iran zum Einsatz. Auch die ukrainische Armee nutzt das System. Besonders zu Beginn des Krieges war der Dienst von entscheidender Bedeutung, nachdem russische Angriffe die Telekommunikation zerstört hatten. Anfangs stellte SpaceX die Technik kostenlos bereit, später wurde ein Vertrag mit dem Pentagon geschlossen.
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