Strache: „So kippt das System: Einzahler warten, Nicht-Einzahler bekommen alles“
Das österreichische Gesundheitssystem steht unter massivem Druck. Steigende Kosten, lange Wartezeiten und ein wachsendes Ungleichgewicht zwischen Einzahlern und Leistungsbeziehern stellen das Solidarprinzip infrage.
In exxpress live wurde am Dienstag intensiv über die Belastungsgrenzen des österreichischen Gesundheitssystems diskutiert. Mit dabei: Politikwissenschaftler Ralph Schöllhammer und der frühere Vizekanzler Heinz-Christian Strache. Im Zentrum stand die Frage, wer Anspruch auf welche Leistungen hat – und wer am Ende die Rechnung zahlt.
„Kein Weltsozialamt“ – wenn das Leistungsprinzip verschwindet
Die Zahlen sorgen für Unruhe: Millionen Krankenhausbehandlungen entfielen in den vergangenen Jahren auf Personen ohne volle Beitragsleistung. Für Heinz-Christian Strache ist klar, dass hier eine rote Linie überschritten wird. Das Gesundheitssystem sei „kein Weltsozialamt“, sondern beruhe auf einem klaren Prinzip: Wer einzahlt, darf volle Leistungen erwarten.
Der Kernkonflikt sei nicht Herkunft, sondern Fairness. Beitragszahler müssten monatelang auf Operationen warten, während Nichtzahler Zugang zu hochqualitativen Leistungen hätten. Das sei keine soziale Gerechtigkeit mehr, sondern eine verdeckte Umverteilung zulasten jener, die das System tragen.
„Eine umgekehrte Pyramide“ – immer weniger zahlen für immer mehr
Ralph Schöllhammer ordnet die Debatte breiter ein. Österreich stehe vor einem strukturellen Problem: eine alternde Gesellschaft, ein wachsender Staat und eine schrumpfende Zahl an Vollzeit-Einzahlern. Das System laste wie eine umgekehrte Pyramide auf einem immer kleineren Fundament.
Migration sei dabei ein Faktor, aber nicht der einzige. Auch Teilzeitmodelle, Mehrfachbeitragszahler und steigende medizinische Kosten verschärften die Lage. Entscheidend sei, dass Leistungen nicht beliebig ausgedehnt werden könnten, ohne das System zu überfordern. Gesundheit sei keine abstrakte Zahl, sondern eine konkrete Leistung – und die werde mit Inflation, Personal- und Materialmangel immer teurer.
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