Swarovski-Machtkampf: Millionenpleite nach bitterem Familienkrieg
Das groß angelegte Engagement der Swarovski-Erben in Argentinien ist spektakulär gescheitert. Das traditionsreiche Weingut Bodega Norton, eines der bedeutendsten des Landes, steht vor dem finanziellen Aus. Nach Angaben des Fachmagazins Wine-Searcher hat das Unternehmen Verbindlichkeiten von rund 37 Millionen Euro angehäuft und ist insolvent.
Im Zentrum des Zusammenbruchs steht offenbar ein erbitterter Familienstreit. Das Weingut gehört einer Privatstiftung des 2021 verstorbenen Unternehmers Gernot Langes-Swarovski, eines Urenkels des Firmengründers. Die Eigentumsverhältnisse sind dabei klar verteilt: 60 Prozent liegen bei seiner Tochter Diana Langes-Swarovski, 40 Prozent bei ihrem Stiefbruder Michael Halstrick, der das Weingut über Jahrzehnte hinweg als Geschäftsführer geführt hatte.
Weinbranche in Argentinien unter Druck
Nach dem Tod des Unternehmers eskalierte der Machtkampf innerhalb der Familie. Halstrick wurde 2023 aus dem Unternehmen gedrängt und erhebt nun schwere Vorwürfe gegen seine Stiefschwester, schreibt oe24. Er spricht von einer systematischen Übernahme der Kontrolle und davon, dass das Weingut finanziell ausgeblutet worden sei. Unter der neuen Führung seien die Schulden innerhalb weniger als zwei Jahre von rund zwölf Millionen auf nahezu 38 Millionen Euro gestiegen.
Halstrick fordert inzwischen selbst eine hohe Entschädigungssumme und könnte damit zum größten Einzelgläubiger des insolventen Unternehmens werden – eine weitere dramatische Wendung in dem Konflikt.
Zusätzlich verschärft wird die Lage durch die schwierige wirtschaftliche Situation in Argentinien. Die Weinbranche leidet unter sinkendem Konsum im Inland, schwachen Exporten und hoher Inflation. Branchenexperten sprechen von einem „perfekten Sturm“, der selbst etablierte Betriebe in die Knie zwingt – und für Bodega Norton offenbar das endgültige Aus bedeutet.
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