Kaum aus der Zelle entlassen, ging es direkt zum Flughafen – Ziel: Kabul. Dort landete der verurteilte Gewaltstraftäter noch in derselben Nacht. Im Gepäck: 900 Euro Steuergeld als „Taschengeld“. Das sei zudem der Höchstsatz, heißt es.

Der Mann war hierzulande kein Unbekannter. Vier strafrechtliche Verurteilungen, darunter Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung, schwere Körperverletzung und gefährliche Drohung. Dazu kommen zwölf kriminalpolizeiliche Einträge. Gegen ihn besteht ein aufrechtes Einreise- und Aufenthaltsverbot. Trotzdem verbrachte er sieben von zehn Jahren seines Aufenthalts auf Steuerzahlerkosten in Österreich – hinter Gittern.

Seine Wohnadressen lesen sich wie ein Justiz-Guide: Sonnberg, Stein, Gerersdorf. Billig war das nicht. Ein Haftplatz kostete allein 2024 186 Euro pro Tag – hochgerechnet fast 70.000 Euro pro Jahr, berichtet die Krone.

Karner: "Verurteilte Straftäter müssen Österreich verlassen"

Mit 20 Jahren kam der Mann nach Österreich, heute verlässt er das Land als mehrfach verurteilter Straftäter – vorzeitig und freiwillig. Erst vor wenigen Tagen wurde ein weiterer afghanischer Intensivtäter abgeschoben, auch er hatte einen Großteil seiner Zeit in Haft verbracht.

Innenminister Gerhard Karner betont: „Verurteilte Straftäter müssen Österreich verlassen.“ Die Zahlen: 3300 Straftäter wurden allein im vergangenen Jahr außer Landes gebracht – zehn pro Tag. Es sollen weitere folgen.