Ziel ist es, die Situation langfristig besser zu steuern – mit Maßnahmen, die bereits in anderen Städten Anwendung finden.

Zwei neue Taubenhäuser noch in diesem Jahr

Der Salzburger Stadtsenat hat ein Maßnahmenpaket beschlossen, das vor allem auf kontrollierte Eingriffe setzt. Noch im Laufe dieses Jahres sollen zwei neue Taubenhäuser errichtet werden. Die Kosten dafür sind klar beziffert: Pro Anlage werden rund 18.000 Euro veranschlagt, während die jährlichen Betriebskosten zwischen 20.000 und 26.000 Euro liegen.

Für Vizebürgermeister Florian Kreibich (ÖVP) steht fest, dass sich dieser Aufwand lohnt. Ziel sei es nicht, die Population drastisch zu reduzieren, sondern sie gezielt zu regulieren und besser zu kontrollieren.

Kontrolle statt Verdrängung

Das Konzept hinter den Taubenhäusern basiert auf einem bewährten Prinzip. Die Tiere werden gezielt in den Anlagen angesiedelt und dort betreut. Ein zentraler Bestandteil ist dabei der Austausch der Eier: Diese werden durch künstliche Exemplare ersetzt, wodurch sich die Population schrittweise stabilisieren lässt.

Die Betreuung soll durch das Team von Gut Aiderbichl erfolgen. Laut Dieter Ehrengruber versorgt die Organisation bereits rund 3.000 Vögel in deutschen Städten. Das Modell gilt als praktikabler Ansatz, um sowohl die Tierpopulation als auch die städtische Sauberkeit in Einklang zu bringen.

Uneinigkeit über Kosten und Wirkung

Trotz der einstimmigen Grundsatzentscheidung im Stadtsenat gibt es Kritik. Die NEOS stellen das Kosten-Nutzen-Verhältnis infrage. Gemeinderat Lukas Rupsch argumentiert, dass die Maßnahmen nicht weit genug gehen: Ziel müsse es sein, die Anzahl der Tiere deutlich zu reduzieren, nicht nur zu stabilisieren.

Aus seiner Sicht sei es schwer zu rechtfertigen, erhebliche Mittel einzusetzen, ohne eine spürbare Verringerung der Population zu erreichen.

Fütterungsverbot im Fokus

Ein entscheidender Punkt bleibt das Fütterungsverbot. Nach Ansicht der ÖVP kann das gesamte Konzept nur dann funktionieren, wenn dieses konsequent eingehalten und stärker kontrolliert wird.

Derzeit kommt es laut Ordnungsamt immer wieder vor, dass große Mengen an Futter ausgelegt werden. Für Wiederholungstäter seien die bestehenden Strafen oft nicht ausreichend abschreckend.

Daher wird über eine deutliche Verschärfung diskutiert – im Raum stehen Strafen von bis zu 1.000 Euro. Eine endgültige Entscheidung dazu wurde jedoch vorerst vertagt.

Auch in deutschen Städten wird gegen Taubenplage vorgegangen

Auch andere Städte, vor allem in Deutschland, setzen zunehmend auf vergleichbare Modelle. In Ulm wurde kürzlich ein weiteres Taubenhaus eröffnet – bereits das dritte seiner Art.

Für rund 85.000 Euro entstand eine neue Anlage auf einem Parkhaus, mehr als 20 Meter über dem Boden. Das Gebäude bietet Platz für bis zu 200 Tauben und verfügt über eine spezielle Bauweise, die es den Tieren ermöglicht, direkt einzufliegen