Der Mord an einer 64-jährigen Pensionistin auf dem Wiener Friedhof Baumgarten erschüttert ganz Österreich und wirft immer neue Fragen auf. Wie die Krone berichtet, sitzt die in Wien geborene Jugendliche mit kurdischen Wurzeln seit Donnerstagnachmittag wegen Tatbegehungsgefahr in U-Haft. Im „Grauen Haus“, dem größten Gefängnis des Landes, wird sie in einer Einzelzelle streng überwacht. Ihre familiäre Vorgeschichte ist belastend: Ihr aus dem Irak geflüchteter Vater, der in Österreich ein Taxiunternehmen betrieben hatte, ist vor einigen Jahren verstorben. Die Mutter soll mit ihren drei Kindern – insbesondere mit der psychisch auffälligen jüngsten Tochter – völlig überfordert gewesen sein.

Fünf Stiche in Kopf und Hals

Die Teenagerin soll eine ihr völlig fremde Frau mit mindestens fünf Messerstichen in Kopf und Hals getötet haben. Die Attacke ereignete sich zwischen den Gräbern auf dem Friedhof.

Zum Zeitpunkt der Tat stand die 14-Jährige offenbar unter dem Einfluss von Medikamenten. Sie soll mehrere Tabletten eines schweren, verschreibungspflichtigen Beruhigungsmittels gegen Angst- und Panikstörungen eingenommen haben. Danach stach sie offenbar wie von Sinnen zu.

Videoüberwachung in Einzelzelle

Seit ihrer Einlieferung ins „Graue Haus“ wird die Teenagerin rund um die Uhr per Video überwacht. Das liegt auch daran, dass sie sich immer wieder „geritzt“, also mit einer Klinge selbst verletzt haben soll.

Auf Mithäftlinge in den Nachbarzellen und Wachebeamte wirkt sie apathisch. Schon nach der Tat soll sie eiskalt reagiert und einen Bestatter lediglich um eine Zigarette gebeten haben, als wäre nichts geschehen. Doch es gibt auch andere Momente: Dann wirkt sie wach, fast kindlich, und fragt: „Warum bin ich da?”