Tote Säuglinge: Justiz prüft Todesfälle nach Produkt-Rückruf
Nach neuen Rückrufen in Frankreich steht der Lebensmittelkonzern Nestlé erneut im Fokus von Behörden und Öffentlichkeit. Die Justiz prüft derzeit, ob ein Zusammenhang zwischen Produkten des Konzerns und dem Tod zweier Säuglinge bestehen könnte.
Ausgelöst wurden die aktuellen Untersuchungen durch einen Rückruf von Säuglingsnahrung in Frankreich. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass geprüft werde, ob zurückgerufene Produkte mit zwei Todesfällen in Verbindung stehen könnten. Sowohl das französische Gesundheitsministerium als auch Nestlé betonen jedoch, dass es derzeit keine belastbaren Hinweise auf einen kausalen Zusammenhang gibt. Ergebnisse der Untersuchungen werden in den kommenden Tagen erwartet.
Grenzwert gesenkt, Rückruf ausgeweitet
Hintergrund der neuen Maßnahme ist eine Verschärfung der regulatorischen Vorgaben. Frankreich hatte kürzlich den zulässigen Grenzwert für das Toxin Cereulid abgesenkt. In der Folge weitete Nestlé seinen bereits zuvor gestarteten Rückruf aus. Betroffen sind insbesondere Produkte der Babynahrungsmarke Guigoz, die in mehreren europäischen Ländern vertrieben werden. Auch Danone rief Aptamil- sowie Milumil-Produkte zurück.
Ursache liegt in internationaler Lieferkette
Nach Angaben der Unternehmen wurde das Bakterientoxin Cereulid in Zutaten nachgewiesen, die aus einer Produktionsstätte in China stammen. Diese Fabrik beliefert nicht nur Nestlé, sondern auch weitere große Hersteller von Säuglingsnahrung. Entsprechend hat der Vorfall eine Kettenreaktion ausgelöst, die inzwischen mehrere Konzerne erfasst.
Cereulid kann Übelkeit, Erbrechen und Durchfall verursachen. Für Säuglinge gelten besonders strenge Maßstäbe, da selbst geringe Mengen gravierende gesundheitliche Risiken bergen können.
Weitere Hersteller ziehen nach
Neben Nestlé sahen sich auch andere Marktführer zum Handeln gezwungen. Danone nahm in den vergangenen Tagen in mehreren Ländern Babymilchprodukte vom Markt.
Auch Lactalis sowie weitere Hersteller haben Rückrufe angekündigt oder bereits umgesetzt. Insgesamt sind seit Ende 2025 Maßnahmen in mehr als 60 Ländern bekannt geworden – ein Ausmaß, das selbst für die stark regulierte Branche außergewöhnlich ist.
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