Tränen vor Gericht: Kronprinzessinnen-Sohn Høiby sagt aus
Unter Tränen begann Marius Borg Høiby, der älteste Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit, seine Aussage im Vergewaltigungsprozess gegen ihn in Oslo. „Es fällt mir schwer, vor so vielen Menschen zu sprechen“, sagte der 29-Jährige. „Ich werde von der Presse verfolgt, seit ich drei Jahre alt bin.“ Sex und Rausch seien zuletzt ein großer Teil seines Lebens gewesen.
Marius Borg Hoiby tritt beim offiziellen BRITS-After-Show-Party auf dem Formel-E-Simulator im Jahr 2018 an.GETTYIMAGES/Ian Gavan
„Ich habe ein Leben gelebt, in das sich wohl die wenigsten hineinversetzen können“, sagte Høiby. „Mit vielen Partys, Alkohol und Drogen.“ Am zweiten Prozesstag trug der Norweger vor Gericht einen dunkelgrauen Pullover und eine Brille. Er ist in 38 Punkten angeklagt, darunter vier Fälle von Vergewaltigung nach norwegischem Recht.
Høiby soll bei einer Frau während einer Party in der Residenz des norwegischen Kronprinzenpaars, Schloss Skaugum, geschlechtliche Handlungen vollzogen haben, während sie schlief. Der 29-Jährige ist deshalb in diesem und drei weiteren Fällen nach norwegischem Recht wegen Vergewaltigung angeklagt.
Taten sollen gefilmt worden sein
Außerdem soll er die Frau dabei gefilmt haben. Laut NTB hatte sie bereits am Dienstag ausgesagt, dass Høiby und sie zunächst auf einer Toilette sehr kurz Sex gehabt hätten, dies dann aber abgebrochen hätten. Die Polizei nahm später Kontakt zu der Frau auf, nachdem sie auf dem Handy des Angeklagten Aufnahmen und Bilder entdeckt hatte, die laut den Ermittlern zeigen, wie er die Frau im Schlaf vergewaltigt. Die Frau selbst hat keine Erinnerungen daran.
Als „Verrat und Schock“ habe das mutmaßliche Opfer von Høiby es laut der Zeitung Verdens Gang empfunden, dass der Angeklagte sie missbraucht und dabei gefilmt haben soll. „Ich habe es erst gar nicht geglaubt“, sagte sie demzufolge im Prozess aus. „Ich konnte nicht verstehen, dass Marius mir so etwas antun konnte.“ Sie sagte, sie habe so einen Blackout noch nie erlebt. „Vielleicht habe ich etwas eingeflößt bekommen, das ich nicht selbst zu mir genommen habe“, wurde die Frau von der Zeitung zitiert.
In 38 Punkten angeklagt
Der älteste Sohn der norwegischen Kronprinzessin ist in 38 Punkten angeklagt, darunter vier Vergewaltigungen nach norwegischem Recht, eine davon mit Geschlechtsverkehr. Außerdem soll er die Frauen gefilmt haben. Die Verteidigung argumentierte, Høiby habe alle ihm vorgeworfenen Handlungen „als völlig normale und einvernehmliche sexuelle Beziehungen” wahrgenommen.
Sohn von Mette-Marit bestreitet Vergewaltigungs-Vorwürfe
Zum Auftakt des Prozesses hatte der Norweger die schwersten Vorwürfe bestritten. Einige andere Taten, darunter Fälle von häuslicher Gewalt, Sachbeschädigung, Drogenmissbrauch und Verkehrsdelikte, hatte er hingegen teilweise eingeräumt.
Kurz vor Prozessbeginn hatte die Polizei Høiby am Sonntag erneut festgenommen. Er soll mit einem Messer gedroht und ein Kontaktverbot verletzt haben. Der Sohn von Mette-Marit muss deshalb für vier Wochen in Untersuchungshaft. „Das ist für den Fall natürlich in keiner Weise glücklich”, sagte seine Verteidigerin Andenæs.
Laut norwegischen Medien wurde der 29-Jährige nach dem Vorfall am Wochenende im Krankenhaus behandelt. Dort soll ihn demnach auch die Familie des Kronprinzen besucht haben. Haakon (52) und Mette-Marit (52) wollen dem Prozess jedoch fernbleiben und ihn nicht kommentieren.
Mette-Marit verschob Reise
Unter dem Eindruck mehrerer Eklats hat Mette-Marit nun auch eine geplante private Reise ins Ausland verschoben. Dies bestätigte eine Sprecherin des Königshauses der Deutschen Presse-Agentur, begründete die Entscheidung auf Anfrage jedoch nicht.
Gleich mehrere Skandale belasten derzeit die Familie von Norwegens Kronprinz Haakon: Nicht nur hat der Gerichtsprozess gegen seinen Ziehsohn begonnen, auch taucht der Name der Kronprinzessin Hunderte Male in den Akten zu Jeffrey Epstein auf. Sie soll über Jahre hinweg privaten E-Mail-Kontakt mit dem Sexualstraftäter gehabt haben. Ursprünglich hatte Mette-Marit vorgehabt, zum Prozessauftakt zu verreisen.
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