Innerhalb von Sekunden tauchen identische oder nahezu gleiche Beiträge unter beliebten Nachrichten-Posts auf – dutzendfach, manchmal sogar gleichzeitig. Für Experten ein klares Warnsignal: Hier sind keine echten Nutzer am Werk, sondern koordinierte Netzwerke. Ziel ist maximale Reichweite – und gezielte Stimmungsmache.

Kommentare mal auf Englisch, mal auf Türkisch

Besonders brisant: Diese digitalen „Truppen“ agieren nicht nur lokal. Die gleichen Profile kommentieren international – mal auf Englisch, mal auf Türkisch, mal mit Lob, mal mit Kritik. Der Inhalt scheint austauschbar, entscheidend ist die Wirkung. Aufmerksamkeit um jeden Preis.

Likes und Kommentare gegen Geld

Die Methoden dahinter sind längst ein Geschäft. Online-Dienstleister bieten Likes, Kommentare und ganze Interaktionskampagnen an – günstig, schnell und schwer nachvollziehbar. Wer zahlt, bestimmt die Botschaft. Für wenige Euro lassen sich tausende Reaktionen erzeugen, die den Eindruck einer echten Mehrheit erwecken.

Beim ORF reagierte man nach eigenen Angaben: Auffällige Inhalte wurden gelöscht und gemeldet. Doch das Problem reicht tiefer. Ermittler sprechen von international agierenden Strukturen, die sich kaum greifen lassen. Grenzen spielen für die digitalen Akteure keine Rolle.