U-Ausschuss Pilnacek: Verletzung entdeckt - Feuerwehrmann spricht über Bergung
Der U-Ausschuss zu den Ermittlungen rund um den Tod von Christian Pilnacek ist am Donnerstag in die Befragungen gestartet. Nach dem Baggerfahrer hat nun auch der Feuerwehrmann von Details zur Bergung des Leichnams berichtet.
Auf dem Weg zum Fundort habe der Feuerwehrmann erstmals den Namen Pilnacek gehört habe. Ein Kamerad – der Bruder der Mitbewohnerin von Pilnaceks Freundin – habe gesagt, er hoffe, dass es sich bei der zu bergenden Wasserleiche nicht um Pilnacek handle und von der Führerscheinabnahme und der Suche nach Pilnacek erzählt. Warum der Bruder nicht im Einsatzbericht der Feuerwehr aufgeführt wird, wisse er nicht.
Die Bergung in Wathosen und mithilfe eines vier Meter langen Feuerhakens wegen der Wassertiefe habe höchstens zehn Minuten gedauert. Am Toten habe er eine fingernagelgroße Verletzung an einer der Schläfen bemerkt. Weitere Verletzungen seien ihm an der farblich unauffällig ‘gräulich-bläulich’ aussehenden Leiche keine aufgefallen, so der Feuerwehrmann, der im Zivilberuf Polizist ist, aber an diesem Tag keinen Dienst hatte und auch sonst nicht in den Fall involviert war, wie er im Eingangsstatement betonte. Beim Umlagern der Leiche sei ihm aufgefallen, dass noch keine Leichenstarre eingetreten sei. In den Taschen Pilnaceks hätte sich lediglich ein Feuerzeug befunden. Später beschrieb der die Bergung als “Routineeinsatz”.
"Dachte mir, er könnte ins Wasser gegangen sein"
Aufgrund der Schilderungen des Bruders über die Geschehnisse des Vortags habe er persönlich gedacht, Pilnacek könnte “ins Wasser gegangen sein”. Er habe aber keine Wahrnehmung, dass von anderen am Fundort bereits auf Suizid geschlossen wurde.
Für längere Geschäftsordnungsdebatten und Unterbrechungen sorgten anschließend Fragen der Grünen Abgeordneten Nina Tomaselli zu möglichen Absprachen im Innenministerium vor der Aussage des Feuerwehrmanns und dessen Vertrauensperson Martin Huemer, der in der Vergangenheit im U-Ausschuss immer wieder Auskunftspersonen aus ÖVP-Kreisen beraten hat.
Sein Dienstgeber – das Innenministerium – habe ihm das Angebot gemacht, an einer Schulung für Rechte und Pflichten im U-Ausschuss unter Huemers Leitung und an einem anschließenden Beratungsgespräch teilzunehmen, erklärte der Feuerwehrmann. Im Zuge der Schulung vor rund einer Woche – an der auch der am Nachmittag geladene Polizist teilgenommen hatte – sei ihm auch die Begleitung durch Huemer als Vertrauensperson angeboten worden. Inhaltlich sei er aber in Bezug auf seine Aussage nicht beeinflusst worden.
Weiteres Programm
Durch den von der FPÖ initiierten U-Ausschuss soll eine mögliche politische Einflussnahme auf die Ermittlungen nach dem Tod Pilnaceks aufgearbeitet werden. Polit-Prominenz soll erst zu einem späteren Zeitpunkt geladen werden. Insgesamt sind 21 Sitzungen bis zum 2. Juli geplant. Die nächsten U-Ausschuss-Sitzungen finden am 28. und 29. Jänner statt.
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