Ukraine-Deal auf Eis: Neue Krise stoppt Gespräche
Neuer Rückschlag für die große Friedensoffensive: Die Gespräche über ein Ende des Ukraine-Kriegs sind abrupt gestoppt worden. Hintergrund ist die Eskalation im Iran, die die Verhandlungen zwischen den USA, Russland und der Ukraine ausbremst. Der Kreml bestätigte die Unterbrechung, berichtet die russische Tageszeitung Iswestija.
Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte dem Blatt, die “trilaterale Gruppe” pausiere derzeit. Der russische Sondergesandte Kirill Dmitrijew setze seine Arbeit an Investitionen und wirtschaftlicher Zusammenarbeit jedoch fort. Die Iswestija schrieb auf ihrer Titelseite, der Krieg im Iran lenke die Aufmerksamkeit der USA von der Ukraine ab und könnte die Regierung in Kiew zu Kompromissen drängen. Zudem profitiert Russland als wichtiger Energieexporteur von den durch den Iran-Krieg gestiegenen Öl- und Gaspreisen.
Die US-Geheimdienste sehen die militärische Lage im Ukraine-Krieg derzeit zugunsten Russlands. “Im vergangenen Jahr hat Russland in seinem Krieg gegen die Ukraine die Oberhand behalten”, sagte US-Geheimdienstdirektorin Tulsi Gabbard am Mittwoch vor dem Geheimdienstausschuss des Senats. Solange keine Einigung erzielt sei, werde die Führung in Moskau den Zermürbungskrieg wahrscheinlich fortsetzen, um den Widerstandswillen der Ukraine zu brechen. Trump hatte die bisherigen Bemühungen zur Lösung des Konflikts zuletzt als eine seiner größten Enttäuschungen bezeichnet.
Zähe Gespräche
Russland und die Ukraine hatten im vergangenen Jahr Gespräche über eine Beendigung des Kriegs in der Türkei geführt und in diesem Jahr unter US-Vermittlung weitere Runden in Abu Dhabi und Genf abgehalten. Die Positionen liegen jedoch weit auseinander. Wladimir Putin hatte 2024 als Bedingung für ein Ende des Krieges gefordert, dass die Ukraine offiziell auf einen NATO-Beitritt verzichtet und sich vollständig aus vier östlichen Regionen zurückzieht, die Russland als eigenes Staatsgebiet beansprucht.
Ein zentraler Streitpunkt bleibt die russische Forderung nach der vollständigen Kontrolle über die ostukrainische Region Donezk im Donbass. Die Regierung in Kiew lehnt die Abtretung von Gebieten ab, die russische Truppen in fast vier Jahren Krieg nicht haben erobern können. Russische Daten deuten darauf hin, dass die Ukraine noch knapp zehn Prozent des Donbass kontrolliert. Westliche Regierungen warnen, dass ein russischer Sieg zu Angriffen auf NATO-Gebiet führen könnte, was die Regierung in Moskau bestreitet.
Toter und Verletzte am Schwarzen Meer
Bei ukrainischen Drohnenangriffen auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim ist unterdessen nach Angaben des von Moskau eingesetzten Gouverneurs ein Mann getötet worden. Zwei weitere Menschen seien bei den Angriffen auf Sewastopol verletzt worden, erklärte Michail Raswoschajew am Donnerstag im Onlinedienst Telegram. 27 Drohnen seien abgeschossen worden. Sewastopol wird von der ukrainischen Armee immer wieder ins Visier genommen. In der Hafenstadt auf der annektierten Halbinsel befindet sich das Hauptquartier der russischen Schwarzmeerflotte.
Den ukrainischen Behörden zufolge gab es umgekehrt auch russische Angriffe auf die Schwarzmeerhafenstadt Odessa. Dabei seien drei Menschen verletzt worden.
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