Umfrage: Social-Media-Verbot für Kinder? Knappe Mehrheit dagegen
Österreich plant einen weitreichenden Schritt im Umgang mit sozialen Medien und will sich dabei an Australien orientieren. Künftig sollen Kinder unter 14 Jahren keinen Zugang mehr zu Social-Media-Plattformen haben. In einer Umfrage unter Zusehenden von exxpress Live zeigt sich: Die Meinungen gehen hierbei auseinander.
Denn 45 Prozent befürworten ein Verbot, damit Kinder in sozialen Netzwerken online besser geschützt werden. Ein wenig mehr Prozent der Teilnehmer (55) sehen eine Social-Media-Schranke für Unter-14-jährige kritischer. Solche Einschränkungen von Seiten des Staates gehen ihnen zu weit.
Entscheidung soll bis Herbst stehen
Das entsprechende Verbot soll laut Angaben aus dem Kanzleramt bereits mit Beginn des neuen Schuljahres gelten. Wie das Ö1-Morgenjournal unter Berufung auf Staatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) berichtete, laufen im Hintergrund bereits Vorbereitungen für die technische Umsetzung.
Ziel sei es, spätestens bis Herbst 2026 eine funktionierende Lösung auf den Weg zu bringen. Derzeit werde intensiv geprüft, wie eine Alterskontrolle konkret ausgestaltet werden könnte. Bevor es so weit ist, sollen jedoch zunächst Fachleute zusammenkommen. Geplant ist eine Expertenrunde unter Einbindung aller Parteien, die ein detailliertes Konzept für das geplante Verbot ausarbeiten soll.
Social-Media-Verbot wie in Australien?
Besonderes Augenmerk liegt auf der technischen Umsetzung. Pröll verwies dabei ausdrücklich auf Australien, das seit Dezember des vergangenen Jahres eine Altersgrenze von 16 Jahren für die Nutzung sozialer Medien eingeführt hat. Dort liegt die Verantwortung für die Einhaltung der Altersbeschränkung bei den Plattformbetreibern selbst. Ein ähnliches Modell könnte auch in Österreich zur Anwendung kommen, erklärte der Staatssekretär.
Mit dem geplanten Verbot will die Regierung Kinder besser vor problematischen Inhalten, Cybermobbing und exzessiver Bildschirmzeit schützen. Gleichzeitig wirft das Vorhaben zahlreiche Fragen auf – etwa zur Kontrolle des Alters, zum Datenschutz und zur praktischen Durchsetzbarkeit. Klar ist jedoch: Österreich will beim Jugendschutz im digitalen Raum künftig deutlich strengere Regeln etablieren und folgt damit einem internationalen Trend.
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