Ein Fall, der sprachlos macht: Lydia Mugambe, Richterin am UN-Mechanismus für internationale Straftribunale und zugleich Top-Juristin in Uganda, ist in Großbritannien zu sechs Jahren und vier Monaten Haft verurteilt worden.

Die Vorwürfe gehen weit über einen Einzelfall hinaus. Das Gericht sprach Mugambe in vier Punkten schuldig – darunter Zwangsarbeit, Visa-Missbrauch und sogar Verschwörung zur Einschüchterung einer Zeugin.

Sklaverei hinter schöner Fassade

Mugambe ließ eine junge Frau aus Uganda mit einem manipulierten Visum nach England bringen – unter dem Vorwand einer legalen Anstellung.

In Wahrheit endete die Reise im Haus der Richterin bei Oxford. Dort musste die Frau als unbezahlte Haushaltshilfe und Nanny schuften.

Das Gericht ließ keinen Zweifel: Die Juristin nutzte gezielt ihre Macht und das Unwissen des Opfers aus. Reue zeigte sie keine – im Gegenteil, sie versuchte sogar, dem Opfer die Schuld zuzuschieben.

„Ich habe Immunität!“

Für Fassungslosigkeit sorgt auch eine Szene bei der Festnahme. Auf Bodycam-Aufnahmen ist zu hören, wie Mugambe sagt: „Ich habe Immunität! Ich bin kein Verbrecher!“

Doch diese Rechnung ging nicht auf: Ihre Immunität war für das Strafverfahren bereits aufgehoben worden.

UN wusste seit Monaten Bescheid

Der Skandal geht noch weiter: Das UN-Gericht, an dem Mugambe als Richterin tätig war, räumte selbst ein, dass es bereits seit Juli 2024 über die Ermittlungen informiert war.

Trotzdem blieb Mugambe im System – ihren Rücktritt reichte sie erst nach Schuldspruch und Strafmaß ein.

Diplomat kommt davon

Auch die Rolle eines ugandischen Diplomaten wirft Fragen auf. Er soll bei der Visa-Konstruktion geholfen haben.

Angeklagt wurde er zwar – doch er kam davon. Der Grund: diplomatische Immunität.

Opfer lebte in Angst

Das Opfer schilderte vor Gericht ein Leben in ständiger Angst. Ihr wurden Pass und Dokumente abgenommen, sie war völlig abhängig. Erst als sie sich an eine Freundin wandte, flog der Fall auf.

Das Gericht sprach ihr 12.160 Pfund Entschädigung zu und verhängte eine unbefristete Schutzanordnung.

Absturz einer Elite-Juristin

Besonders bitter: Mugambe galt als angesehene Juristin, arbeitete im Umfeld internationaler Menschenrechtsverfahren und studierte in Oxford.

Am Ende bleibt ein Skandal, der weit über einen Einzelfall hinausgeht: Eine UN-Richterin hält eine Frau wie eine Sklavin, pocht auf Immunität – und das System um sie herum reagiert spät.