Auslöser ist eine Stellungnahme Lederers, in der dieser mögliche Interessenskonflikte zurückweist und betont, seine beruflichen Tätigkeiten seien geprüft und mit seiner Funktion vereinbar.

Westenthaler sieht das völlig anders. Er zählt mehrere Beratungsaufträge auf, die seiner Ansicht nach problematisch sein könnten – darunter Tätigkeiten im Umfeld von Unternehmen und Organisationen mit Bezug zum ORF. Besonders brisant: Laut Westenthaler sollen diese Mandate weder gemeldet noch geprüft worden sein.

Lederer habe „Unwahrheit gesagt“

Der Ton ist scharf: Lederer habe „die Unwahrheit gesagt“, wirft ihm der Ex-Politiker vor. Für ihn steht fest, dass solche Verbindungen mit einer Rolle im Stiftungsrat nicht vereinbar seien. Die Forderung folgt prompt: vollständige Offenlegung aller Beratertätigkeiten – und der sofortige Rückzug aus dem Gremium.

Lederer selbst hatte zuvor betont, dass seine beruflichen Aktivitäten strikt von seiner Funktion im ORF getrennt seien und keinerlei Interessenskonflikte bestünden. Die Causa dürfte damit aber längst nicht beendet sein. Vielmehr droht ein neuer Machtkampf im ORF-Stiftungsrat – mit politischer Sprengkraft.