Erst wurde Anzeige erstattet – dann folgte die Strafe: für das Opfer. Was im Frauengefängnis MCI-Framingham in Massachusetts passiert ist, sorgt für Entsetzen. Eine Insassin meldete, sie sei von einem trans-identifizierten männlichen Häftling vergewaltigt worden. Doch statt den mutmaßlichen Täter zu verlegen, sperrte die Gefängnisleitung die Frau selbst weg: Isolationshaft.

Ihre Zelle durfte sie nur noch einmal täglich kurz zum Duschen verlassen. „Es fühlt sich an, als würde ich dafür bestraft, dass ich den Mund aufgemacht habe.“

Warum so etwas überhaupt möglich ist

Hinter dem Fall steht eine gesetzliche Regelung mit Sprengkraft: Der Criminal Justice Reform Act (2018) erlaubt es Häftlingen in Massachusetts, allein auf Basis ihrer selbst erklärten Geschlechtsidentität in Frauen- oder Männergefängnisse verlegt zu werden. Eine medizinische Diagnose ist nicht erforderlich. Auch in anderen US-Bundesstaaten gibt es ähnliche Regelungen oder Richtlinien.

„Der kleine Rest an Privatsphäre wird mir genommen“: Eine Insassin schildert Angst und Ohnmacht im Frauengefängnis.GETTYIMAGES/CraigRJD

Nach Recherchen der Investigativreporterin Forest Romm genügt ein Satz: „Ich identifiziere mich als Frau.“ Ist die Verlegung einmal richterlich bestätigt, gilt sie faktisch als kaum rückgängig zu machen – selbst bei Gewalt- oder Missbrauchsvorwürfen. Nach Romms in The Hill veröffentlichten Recherchen wurde bis heute kein einziger trans-identifizierter männlicher Häftling aus MCI-Framingham entfernt.

Angst hinter Gittern – handschriftliche Hilferufe

Auf X wurden Auszüge eines handschriftlichen, offenbar mehrseitigen Schreiben einer Insassin des Frauengefängnisses MCI-Framingham veröffentlicht. Die Verfasserin betont, sie tätigt ihre Aussagen „unter Eid“ und beruft sich neben eigenen Erlebnissen auch auf Berichte anderer Frauen in der Anstalt. Datumsangabe: 26. Dezember 2025. Der Ton ist verzweifelt – und die Vorwürfe sind hart:

„Viele von uns haben Angst, Übergriffe zu melden – wegen Repressalien durch andere Insassen und durch die Gefängnisleitung.“ Die Frauen, so das Schreiben, fürchteten nicht nur körperliche Vergeltung, sondern auch institutionelle Strafen.

An anderer Stelle heißt es: „Der kleine Rest an Privatsphäre, den ich noch habe, wird mir genommen. Ich bin immer noch ein Mensch.“

Mehrheit weiterhin biologisch männlich

Besonders brisant: In der Erklärung wird überdies festgehalten, dass nur zwei von zehn trans-identifizierten männlichen Häftlingen operiert seien. Die Mehrheit verfüge weiterhin über intakte männliche Genitalien.

Zugleich berichten Frauen, dass mehrere Insassen ihre Hormontherapien abgebrochen haben – der Sonderstatus im Frauengefängnis bleibe dennoch bestehen.

„Voller Bart – aber Zugang zum Frauenbereich“

Auch ein Insasse mit dem Kürzel „J. Bennett-Weeks“ wird genannt. Ihm wird vorgeworfen: keine Hormone zu erhalten, einen vollen Bart zu tragen, dennoch Zugang zum Frauenbereich zu haben, einen Arzt und einen Justizbeamten angegriffen zu haben, sowie regelmäßig sexuelle Kontakte mit weiblichen Insassinnen zu pflegen.

„Die meisten der männlichen Insassen … verfügen weiterhin über intakte männliche Genitalien. Zwei von zehn haben sich einer Operation unterzogen“, heißt es in dem Hilferauf aus dem Gefängnis.X/Screenshot

Ein Beamter habe angedeutet, die Disziplinarberichte seien „kaum zu überblicken“.

Schwerste Gewaltverbrecher im Frauengefängnis

Die Journalistin Romm nennt mehrere verurteilte Straftäter, die als Trans-Frauen in das Frauengefängnis gelangt sind. Sie alle unterstreichen die Brisanz der Praxis:

Kenneth „Katheena“ Hunt: Zwei Mordopfer, darunter seine Cousine, die über 40-mal erstochen und sexuell misshandelt wurde.

Charles „Charlese“ Horton: Level-3-Sexualstraftäter, mehrfacher Kidnapping- und Vergewaltigungsfall.

Robert „Michelle“ Kosilek: Ehefrau mit Draht erdrosselt, Leiche auf einem Einkaufszentrum-Parkplatz abgelegt.

Wayne „Veronica“ Raymond: Kindesvergewaltigung, sechsmal Bewährung abgelehnt – dennoch als „mit dem Wohl der Gesellschaft vereinbar“ eingestuft.

Justin „Taylor“ Shine: Misshandlung eines sechsjährigen Kindes, Entkommen nur durch Polizeizufall.

Die unbequeme Frage

Der Fall Framingham ist kein Einzelfall. Landesweit werden Männer auf Basis selbst erklärter Geschlechtsidentität in Frauengefängnissen untergebracht – über die Hälfte wegen Sexualdelikten.

Die Frage ist nicht ideologisch, sondern elementar: Wie schützt ein Staat Frauen im Strafvollzug, wenn rechtlich genügt, sich zur Frau zu erklären?