Vandalismus-Alarm in katholischer Schule: Sechs Schüler im Visier der Polizei
Verstopfte Waschbecken, überflutete Gänge, Unterrichtsausfall: In einer katholischen Privatschule in Wien kam es zu einem massiven Wasserschaden. Sechs Schüler stehen unter Verdacht – die Polizei ermittelt.
Nach einem mutmaßlichen Vandalenakt stand das Wiener Albertus-Magnus-Gymnasium unter Wasser. (Symbolbild)GETTYIMAGES/EyeEm Mobile GmbH
Was sich am Dienstagmorgen im Wiener Albertus-Magnus-Gymnasium bot, war ein Bild der Verwüstung. Wie der Kurier berichtet, stand das Schulgebäude in der Semperstraße im 18. Bezirk unter Wasser. Offenbar wurden in der Nacht Waschbecken mutwillig verstopft und das Wasser aufgedreht. Die Folgen waren beschädigte Stockwerke und gefährdete Stromleitungen – und ein Schulbetrieb im Ausnahmezustand.
Wasser lief durch mehrere Stockwerke
In der Nacht von Montag auf Dienstag kam es in der katholischen Privatschule zu einem mutwillig verursachten Wasserschaden. Nach bisherigen Erkenntnissen wurden die Waschbecken in den drei obersten Stockwerken verstopft. Anschließend ließ man das Wasser laufen. Es trat über den Beckenrand, floss in die Gänge und sickerte bis in die unteren Etagen. „Fast jedes Stockwerk ist betroffen“, teilte die Polizei dem Kurier mit.
Das Wasser hat Teile des Gebäudes erheblich beschädigt. In vielen Räumen steht es noch, wodurch es potenziell mit Stromleitungen in Kontakt kommen könnte – ein zusätzliches Risiko.
Unterricht teilweise gestrichen
Die Folgen trafen vor allem die Oberstufe. „Die Sicherheit der Kinder steht immer an erster Stelle“, erklärte Regina Ahlgrimm-Siess von der Vereinigung von Ordensschulen Österreichs (VOSÖ), dem Träger des Gymnasiums. Bis auf Weiteres entfällt daher der Unterricht für die Oberstufenklassen. Nicht alle Schüler sind jedoch betroffen. Die Unterstufe wurde in trockenen Klassenräumen bis zur fünften Stunde unterrichtet. Auch die Nachmittagsbetreuung im Halbinternat fand wie gewohnt statt.
Wie es in den kommenden Tagen weitergeht, hängt vom tatsächlichen Schadensausmaß ab. „Die Ermittlungen laufen und werden in den nächsten Wochen durchgeführt.“ Eine vollständige Bestandsaufnahme steht noch aus. Auch die finanziellen Folgen sind derzeit nicht abschätzbar. Die Kosten trägt die VOSÖ als Schulerhalter. Konkrete Zahlen gibt es noch nicht. Doch Ahlgrimm-Siess findet deutliche Worte: „Was ich aber sagen kann: Es ist sowohl menschlich als auch finanziell erschütternd.“
Sechs Schüler unter Verdacht
Das Albertus-Magnus-Gymnasium hat Anzeige wegen schwerer Sachbeschädigung erstattet. Die Polizei ermittelt vor Ort. „Es gibt sechs verdächtige Schüler“, teilte die Polizei mit. Ob alle sechs oder nur ein Teil von ihnen tatsächlich an der Tat beteiligt waren, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen.
Das im Jahr 1881 erbaute Gymnasium ist eine katholische Privatschule mit Öffentlichkeitsrecht in der Tradition der Marianisten. Es ist Teil der Albertus-Magnus-Schule, zu der auch eine Volksschule, eine Mittelschule und ein Halbinternat gehören. Laut Website sollen die Schüler hier eine Erziehung zu christlichen Werten erhalten. Im Gegenzug erwartet das Gymnasium die Akzeptanz und Einhaltung partnerschaftlich aufgestellter Regeln.
Umso größer ist die Betroffenheit über das Geschehen. „Die Schule ist ein wichtiger Lebensraum, der nun von dem Vandalenakt zerstört wurde“, sagte Ahlgrimm-Siess. Man sei „zutiefst bestürzt über den zerstörerischen Vorfall“.
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