Vatikan empört: Kirche entfernt Engel mit Meloni-Gesicht
Ein Engel mit dem Antlitz von Italiens Regierungschefin hat in Rom für einen Kirchen-Skandal gesorgt. Der Vatikan spricht von „Missbrauch“ und hat die Abbildung inzwischen entfernt.
Ein Engel mit dem Gesicht von Italiens Premierministerin Giorgia Meloni löste in Rom heftige Kritik aus.YouTube/Firstpost
Was als kuriose Entdeckung begann, entwickelte sich rasch zu einem handfesten Eklat. Wie auch die WELT berichtet, reagierte der Vatikan empört auf ein Engelsbild mit den Gesichtszügen von Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni in einer römischen Kirche. Nach einer deutlichen Intervention aus dem Vatikan wurde das Antlitz der Politikerin inzwischen entfernt. Eine Untersuchung läuft.
„Missbrauch sakraler Kunst“
Der ungewöhnliche Engel war am Samstag in einer Seitenkapelle der Kirche San Lorenzo in Lucina im Zentrum Roms entdeckt worden, die derzeit restauriert wird. Das Bistum Rom, dessen Bischof der Papst ist, distanzierte sich umgehend von der Darstellung. Zwar seien Restaurierungsarbeiten bekannt gewesen, diese hätten jedoch „ohne Änderungen oder Ergänzungen“ zu erfolgen.
Besonders deutlich wurde Kardinalvikar Baldassare Reina, der Stellvertreter des Papstes im Bistum Rom. Er äußerte seine „Verbitterung“ über den Vorfall und stellte klar: „Unter Bekräftigung des Engagements der Diözese Rom für die Bewahrung des künstlerischen und spirituellen Erbes wird nachdrücklich betont, dass Bilder der sakralen Kunst und der christlichen Tradition nicht missbräuchlich verwendet oder instrumentalisiert werden dürfen (…).“
Küster räumt Verantwortung ein
Nach den Kontroversen reagierte die Kirche rasch. Das Gesicht Melonis wurde aus dem Engel entfernt. Der Küster von San Lorenzo in Lucina erklärte der Zeitung La Repubblica, er habe auf eine Intervention des Vatikans reagiert. Er sei für die ungenehmigte Überarbeitung des Engelsbildes verantwortlich gewesen, so der Küster.
Der Vatikan beließ es jedoch nicht bei der Entfernung. Reina kündigte eine umgehende Untersuchung an, an der neben dem Bistum Rom auch die staatliche Denkmalschutzbehörde beteiligt ist. Auf Anweisung von Italiens Kulturminister Alessandro Giuli werden derzeit zudem Abbildungen des ursprünglichen Gemäldes recherchiert, um dem Engel sein ursprüngliches Gesicht zurückzugeben.
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