Die Kritik am ORF reißt nicht ab. Jetzt erhebt auch der KHM-Museumsverband schwere Vorwürfe gegen die Berichterstattung des öffentlich-rechtlichen Senders – und spricht offen von einer „Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht“.

Konkret geht es um die Berichte rund um den arbeitsrechtlichen Konflikt im Schloss Ambras. Laut KHM seien wesentliche Teile der Stellungnahmen von Generaldirektor Jonathan Fine und Geschäftsführer Paul Frey im ORF nicht gebracht worden. Stattdessen hätten Vorwürfe breiten Raum erhalten.

Einseitig und rufschädigend?

Besonders kritisch sieht die KHM-Leitung den Umgang mit anonymen Quellen. Diese hätten teilweise nicht aus eigener Erfahrung berichtet, sondern nur Aussagen Dritter wiedergegeben. Trotzdem seien daraus weitreichende Vorwürfe wie ein angeblich „toxisches Klima“ abgeleitet worden.

Auch die Moderation im ORF steht in der Kritik. Die Aussage, dass mehrere Mitarbeiter unter dem Führungsstil gelitten hätten, sei laut KHM eine Tatsachenbehauptung, die sich lediglich auf anonyme und indirekte Aussagen stütze.

KHM: Keine faire Darstellung

Der Museumsverband betont zudem, dass es im ersten Bericht keine angemessene Möglichkeit zur Stellungnahme gegeben habe. Dabei habe laut KHM kein akuter Zeitdruck bestanden. Eine Pressekonferenz mit einer ausführlichen Darstellung der eigenen Position sei erst am Folgetag erfolgt.

Darin wurde unter anderem erklärt, dass die Initiative zur Auflösung des Arbeitsverhältnisses von Dr. Veronika Sandbichler selbst ausgegangen sei. Forderungen nach Abfertigung und Dienstfreistellung seien aus rechtlichen Gründen nicht umsetzbar gewesen.

Appell an den ORF

Besonders deutlich wird der Ton am Ende: Der ORF solle sich nicht als „Anklageplattform“ zur Verfügung stellen und die laufenden Untersuchungen abwarten. Aufgrund der Fürsorgepflicht gegenüber Mitarbeitern könne man derzeit nicht alle Details öffentlich machen.