„Virtuell vergewaltigt“: Collien Fernandes erhebt schwere Vorwürfe gegen Ex-Mann
Collien Fernandes hat ihren Ex-Mann Christian Ulmen angezeigt. Die Vorwürfe: Anmaßung des Personenstands, öffentliche Beleidigung, Offenlegung von Geheimnissen, wiederholte Körperverletzung im familiären Näheverhältnis und schwere Bedrohung. Das berichtet der Spiegel am Freitag in dem Artikel „Du hast mich virtuell vergewaltigt“.
Seit Ende 2025 liege ein 40-seitiger Schriftsatz beim Bezirksgericht in Palma de Mallorca. Demzufolge sei Collien Fernandes seit etwa zehn Jahren Opfer eines „Identitätsdiebstahls über soziale Netzwerke“ gewesen. Über gefälschte Profile habe sich jemand als Fernandes ausgegeben, mit Männern gechattet und sich zu Telefonsex verabredet. Außerdem seien pornografische Fotos und auch Videos verschickt worden, in denen Frauen zu sehen gewesen seien, die der 44-Jährigen „zum Verwechseln ähnlich“ gesehen hätten.
„Es war wie bei einer Todesnachricht, ich konnte nicht reden, nicht heulen“
Laut Spiegel habe die Schauspielerin zunächst Internettrolle vermutet und im Spätherbst 2024 in Berlin Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Später habe sie laut ihrer Darstellung den Verdacht entwickelt, dass die mutmaßlichen Taten näher in ihrem persönlichen Umfeld sein könnten.
Laut Fernandes habe Christian Ulmen ihr am ersten Weihnachtsfeiertag 2024 gestanden, dass er dahinterstecke. „Es war wie bei einer Todesnachricht, ich konnte nicht reden, nicht heulen“, wird die Mutter einer Tochter im Spiegel zitiert. In einer Nachricht habe Fernandes später an Christian Ulmen geschrieben: „Du tust so, als sei das hier eine ganz normale Trennung unter zwei Eheleuten. Das ist sie nicht, du hast mich virtuell vergewaltigt.“
Der Spiegel berichtet außerdem, Christian Ulmen habe in einer E-Mail an einen Strafverteidiger einen „höchstvertraulichen Sachverhalt“ geschildert. Darin habe er erklärt, er habe „leider einen sexuellen Fetisch“ entwickelt und wiederholt Fakeprofile auf den Namen seiner Frau angelegt. Über diese Accounts habe er mit Männern gechattet und geflirtet „bis hin zum Sex-Talk“. Das Ziel sei es gewesen, den Eindruck zu erwecken, bei den Videos handele es sich um „private Sextapes“ von Fernandes.
„Klima des Zwangs und der anhaltenden Gewalt“
Fernandes wirft Ulmen auch körperliche Übergriffe und psychische und emotionale Gewalt vor. In ihrer Anzeige schreibt sie laut Spiegel von wiederholter Körperverletzung im familiären Näheverhältnis und von einem „Klima des Zwangs und der anhaltenden Gewalt“. Sie wirft Ulmen vor, sie über Jahre hinweg durch Wutausbrüche und Drohungen eingeschüchtert zu haben und sie in einigen Auseinandersetzungen sogar körperlich angegriffen zu haben. Die Vorfälle sollen laut ihren Angaben bereits seit 2012 stattgefunden haben.
Dem Artikel zufolge sei es im Januar 2023 auf Mallorca zu einem Polizeieinsatz gekommen, nachdem Fernandes um Hilfe gerufen habe. Ulmen sei damals vorübergehend festgenommen worden. 2024 hatte die Schauspielerin und Moderatorin eine ZDF-Dokumentation über Deepfakes und digitale Gewalt mitproduziert und dies im Dezember 2024 auf ihrem Instagram-Account gepostet.
Auch bei Bosetti Late Night (3sat) und am 13. März 2026 im Kölner Treff (WDR) erzählt sie ihre Geschichte – allerdings, ohne Namen zu nennen.
Gegenüber dem Spiegel sagte Fernandes: „Das ist keine Lappalie. Ich wurde jedem, der wollte, im Internet sexuell zur Verfügung gestellt. Ich wache manchmal noch immer mit Panikattacken auf.“
Fernandes und Ulmen heirateten 2011, sie haben eine gemeinsame Tochter. 2025 gaben sie ihre Trennung bekannt.
Das Bezirksgericht in Palma de Mallorca hat laut Spiegel Vorermittlungen eingeleitet. Ob Anklage erhoben wird, ist offen.
Dieser Beitrag ist ursprünglich bei unserem Partner-Portal NiUS erschienen.
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