Die Vorarlberger Polizei hat 2025 die Aufklärungsquote zum zehnten Mal in Folge über 60 Prozent gehalten. Mit 63,6 Prozent (2024: 64,2; Österreich 2025: 53,6) erzielte man erneut die beste Aufklärungsquote in Österreich.

Die überraschend hoch ausgefallene Steigerung an Anzeigen führte Bachmann auf technische Veränderungen bei der Anzeigenerfassung zurück. Die Statistik für 2025 enthalte auch die Anzeigen der neun Vorarlberger Gemeinde-Sicherheitswachen. Den generellen Trend der Zunahme räumte die Landespolizeidirektorin ohne Umschweife ein. Sie betonte aber auch: “Wir bewegen uns nach wie vor in einem sicheren Land.”

Die Anzahl der ausgeforschten Tatverdächtigen nahm ähnlich deutlich zu wie jene der Anzeigen, nämlich um 12,1 Prozent. Der Ausländeranteil fiel dabei von 48,6 auf 46,5 Prozent bzw. 8.893 Verdächtige. Die meisten fremden Tatverdächtigen stammten wie 2024 aus Deutschland, gefolgt von der Türkei, Rumänien und Syrien. Die Jugendkriminalität stieg nach einem Rückgang 2024 wieder an, 2.635 der Verdächtigen waren unter 18 Jahre alt. Man liege jedoch weiter unter dem Vor-Corona-Niveau, so Bachmann.

Gewalt wird sichtbarer

82 Prozent der Kriminalfälle entfielen laut Philipp Stadler, dem Leiter des Landeskriminalamts, auf die “Big Five”: Elf Prozent der Anzeigen wurden wegen Internetdelikten erstattet, 21 Prozent entfielen auf Gewaltdelikte, 26 Prozent auf Eigentumsdelikte, 15 Prozent auf Wirtschaftskriminalität und neun Prozent auf Drogendelikte – diese Werte veränderten sich lediglich marginal.

Im Bereich der Gewalttaten (5.369 Delikte, plus 14,4 Prozent) habe es eine Zunahme an Anzeigen insbesondere im privaten Bereich gegeben, erläuterten Bachmann und Stadler. Konkret sprachen sie etwa die Delikte der gefährlichen Drohung und der Körperverletzung an. “Die Anzeigenbereitschaft hat sich erhöht, Gewalt wird sichtbarer”, sagte Bachmann. Auch würden Hilfsangebote verstärkt in Anspruch genommen. In knapp zwei Drittel der Gewalttaten gebe es zwischen Täter und Opfer eine Bekanntschaft bzw. eine Beziehung. Positiv hervorgehoben wurde, dass die Anzahl der Raubdelikte zurückgegangen ist. In Sachen Eigentumsdelikte (6.720 Anzeigen, plus 18,4 Prozent) blieb die Anzahl der Einbrüche in Wohnhäuser und Wohnungen ebenso konstant wie jene der Fahrraddiebstähle.

Internetkriminalität: stärkster prozentueller Anstieg

Die prozentuell höchste Steigerung (23,5 Prozent, 3.015 Anzeigen) wurde bei der Internetkriminalität verzeichnet. Dabei handle es sich um einen allgemein feststellbaren Trend, “dieses Phänomen wird uns weiter beschäftigen”, sagte Bachmann. Sie hoffte für ihr Polizei-Team auf die Einrichtung eines Cybercrime-Trainingscenters, das es in anderen Bundesländern schon gibt. Auch setze man weiterhin auf Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung. Hinsichtlich der Drogendelikte (2.252, plus 8,8 Prozent) wurde festgestellt, dass Kokain auf dem Vormarsch sei.

Im Hinblick auf den Personalstand sagte Bachmann, dass sich Zu- und Abgänge in etwa die Waage hielten. “Die Schule ist gut gefüllt”, stellte sie fest. Das sei aufgrund von bis 2029 anhaltend hohen Pensionierungszahlen aber auch notwendig.