Rund 100.000 Menschen zogen am Sonntag durch Madrid, schrien Parolen gegen Israel, stürmten Absperrungen, blockierten die Strecke. 22 Polizisten wurden verletzt, zwei Personen festgenommen. Die Organisatoren mussten das Rennen stoppen. Sieger Jonas Vingegaard wurde ohne würdiges Finale zum Gesamtsieger erklärt.

Skandale ohne Ende

Der Abbruch in Madrid war nur der Schlusspunkt. Die Israel-Hasser hatten die Vuelta schon zuvor mehrfach ins Wanken gebracht:

Während der fünften Etappe stellten sich die Palästina-Chaoten mitten auf die Strecke und blockierten das Team Israel-Premier Tech. Die Profis mussten abbremsen, verloren dabei wertvolle Sekunden und bekamen später nur einen Teil der verlorenen Zeit wieder gutgeschrieben.

Aufgrund der Proteste wurde die Ankunft der elften Etappe „neutralisiert“. Das bedeutet, dass die Zeitnahme schon drei Kilometer vor dem eigentlichen Ziel endet, nämlich dort, wo die Fahrer noch im normalen Tempo unterwegs waren. Die letzten Kilometer rollen die Profis dann nur noch ins Ziel, ohne Sprint, ohne Kampf um den Sieg. Ein Etappensieger wurde gar nicht erst gekürt.

Auf der fünfzehnten Etappe rannte ein Israel-Hasser mit einer Fahne direkt ins Fahrerfeld. Mitten im Hochgeschwindigkeits-Pulk kam es zu einem Crash. Mehrere Fahrer stürzten schwer, zwei Profis mussten das Rennen später sogar ganz aufgeben.

Während der sechzehnten Etappe stürmten mehrere Israel-Hasser auf die Strecke. Mitten am entscheidenden Berg mussten die Profis abrupt stoppen, standen wie im Stau ratlos zwischen den Menschen. Die Organisatoren strichen daraufhin die gesamte Schlussrampe – der Showdown am Berg fiel einfach aus.

Auf der achtzehnten Etappe kürzten die Organisatoren aus Angst vor neuen Blockaden die Strecke drastisch. Statt fast 30 standen nur noch 12 Kilometer am Programm. Der entscheidende Kampf gegen die Uhr verwandelte sich in einen kurzen Sprint – das Klassement blieb praktisch unverändert.

Während der finalen Etappe blockierten 100.000 Demonstranten Madrid, rissen Absperrungen nieder und machten die Zielgerade unpassierbar. 22 Polizisten wurden verletzt, die Organisatoren brachen das Rennen ab. Der Däne Jonas Vingegaard wurde ohne Ehrung zum Sieger erklärt – die große Finalshow fiel aus.

Der Däne Jonas Vingegaard holt sich bei der 80. Vuelta den Sieg.GETTYIMAGES/Dario Belingheri

Spaniens Regierung lobt die Chaoten

Schwer zu begreifen: Spaniens linke Regierung lobte die Demonstranten noch als „Beispiel an Würde“. Regierungschef Pedro Sánchez hatte die Proteste indirekt sogar befeuert, indem er kurz vor der Schlussetappe erklärte, er wolle nicht nur den Sportlern Respekt zollen, sondern auch dem spanischen Volk, das sich für „gerechte Anliegen“ mobilisiere.

Vingegaard und seine Mitstreiter trotzten den antisemitischen Störenfrieden und feierten gemeinsam – auf einer Kühlbox stehend statt auf einem Siegerpodest und nicht auf der Prachtmeile von Madrid, sondern auf einem Parkplatz.

Dieser Beitrag ist ursprünglich bei unserem Partner-Portal NiUS erschienen.