Brisante Enthüllungen aus Großbritannien werfen ein grelles Licht auf die iranische Machtelite. Mojtaba Khamenei, der 56-jährige Sohn von Ayatollah Ali Khamenei, soll laut Recherchen ein umfangreiches Immobilien-Portfolio in London besitzen – mit einem geschätzten Wert von über 100 Millionen Pfund.

Wie Daily Mail berichtet, handelt es sich um elf Luxus-Immobilien in der exklusiven Bishops Avenue im Norden Londons. Die Straße ist international bekannt als „Billionaires’ Row“ und zählt zu den teuersten Wohnlagen Europas. Mojtaba Khamenei gilt seit Jahren als möglicher Nachfolger seines Vaters an der Spitze des iranischen Regimes.

Mojtaba Khamenei gehören elf Luxus-Villen in einer der teuersten Straßen Londons.IMAGO/NurPhoto

Gekauft für 73 Millionen – heute deutlich mehr wert

Aus Grundbuchunterlagen geht hervor, dass die Anwesen bereits 2013 gemeinsam für 73 Millionen Pfund erworben wurden. Heute wird ihr Wert auf mehr als 100 Millionen Pfund geschätzt.

Die Immobilien sollen dabei nicht direkt auf Mojtaba Khamenei registriert sein. Laut Berichten wurden sie über ein Netzwerk von Briefkastenfirmen gehalten. Eine der Firmen, Birch Ventures Limited, ist auf der Isle of Man registriert – einer bekannten Steueroase.

Oligarch mit Nähe zum Regime

Als wirtschaftlich Berechtigter dieser Firma wird der Banker Ali Ansari genannt. Er gilt als iranischer Oligarch mit engen Verbindungen zur Familie Khamenei. Ansari wurde im Oktober vom britischen Finanzministerium sanktioniert.

Ihm wird vorgeworfen, die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) finanziert zu haben. Diese Einheit gilt als verantwortlich für den Großteil der Tötungen während der jüngsten landesweiten Proteste im Iran, bei denen bis zu 70.000 Menschen ums Leben gekommen sein sollen.

Ansari leitete zudem die Ayandeh Bank, die im vergangenen Jahr kollabierte und damit die wirtschaftliche Krise im Iran weiter verschärfte. In der Sanktionsmitteilung des Finanzministeriums wurde allerdings keine direkte Verbindung zwischen Mojtaba Khamenei und Ansari genannt.

Luxus im Westen, Krise im Inland

Der Finanzdienst Bloomberg berichtet jedoch, mit Quellen gesprochen und Dokumente eingesehen zu haben, die die Londoner Immobilien direkt Mojtaba Khamenei zuordnen. Demnach habe er sich über Ansari ein globales Immobilien-Imperium aufgebaut.

Der Kontrast könnte kaum größer sein: Während im Iran Proteste, Explosionen und wirtschaftliche Not das Land prägen, lebt der Sohn des obersten Führers im Luxus einer Londoner Elite-Straße. Die Enthüllungen werfen einmal mehr Fragen auf – über Macht, Geldflüsse und Doppelmoral im Umfeld des iranischen Regimes.