Ausgangspunkt der Masche sind häufig SMS oder E-Mails, die angeblich von der eigenen Bank stammen. Darin wird von verdächtigen Kontobewegungen oder Sicherheitsproblemen gesprochen, die angeblich sofortiges Handeln erfordern. Wer darauf reagiert, erhält kurze Zeit später einen Anruf – scheinbar direkt von der Bank.

Auf dem Display erscheint dabei tatsächlich die Rufnummer des jeweiligen Geldinstituts. Möglich macht das sogenanntes „Spoofing“, bei dem die Absenderkennung gezielt manipuliert wird. Für die Angerufenen wirkt der Kontakt dadurch glaubwürdig und offiziell.

Wie Täter Konten leerräumen

Im Gespräch überzeugen die falschen Bankmitarbeiter ihre Opfer davon, eine Fernwartungssoftware auf dem Smartphone oder Computer zu installieren – angeblich zur schnellen Problemlösung. In Wahrheit öffnen sie sich damit selbst die Tür zu ihren sensibelsten Daten.

Innerhalb weniger Minuten verschaffen sich die Täter Zugriff auf Onlinebanking, TAN-Verfahren und Kontodaten. Die Folge sind Überweisungen und Abbuchungen, die sich rasch auf mehrere tausend Euro summieren können.

Schockanrufe setzen auf Angst und Verzweiflung

Parallel zu den falschen Bankanrufen mehren sich auch sogenannte Schockanrufe. Erst vor wenigen Tagen wurde in Tirol ein besonders drastischer Fall bekannt. Ein Mann erhielt einen Anruf von einer unbekannten Nummer – angeblich aus einem Krankenhaus. Ihm wurde mitgeteilt, sein Sohn sei schwerkrank und nur ein extrem teures Medikament aus dem Ausland könne sein Leben retten.

Die Täter arbeiteten mit dramatischen Details, simulierten weinende Stimmen und steigerten den emotionalen Druck gezielt. Erst als nach Bargeld, Schmuck und Gold gefragt wurde, schöpfte der Mann Verdacht. Ein eigener Anruf beim Sohn brachte die Gewissheit: Alles war frei erfunden.

Wachsamkeit ist der beste Schutz

Die Polizei betont, dass weder Banken noch Behörden oder Krankenhäuser jemals telefonisch zu Zahlungen auffordern oder zur Installation von Software drängen. Wer unter Druck gesetzt wird, sollte das Gespräch sofort beenden und selbstständig Rücksprache mit Angehörigen, der Bank oder der Polizei halten.

Gerade ältere Menschen stehen im Fokus dieser Betrugsformen, doch die Täter setzen zunehmend auch auf technische Raffinesse, die selbst digital versierte Personen täuschen kann. Umso wichtiger ist es, bei unerwarteten Anrufen und Nachrichten skeptisch zu bleiben.