„Watschn für die Patienten“: Wissenschafterin kritisiert Standard für Fake News
Schwere Vorwürfe gegen den Standard: Eine Wissenschafterin wirft der Zeitung vor, zu einer großen Analyse über Depression und Sport Falschinformationen verbreitet zu haben. Mehr dazu hier!
Die Influencerin und Neurowissenschafterin Sophie Imhof übt via Instagram scharfe Kritik an einem Artikel des Standard, der eine aktuelle Meta-Analyse mit der Schlagzeile „Sport wirkt besser als Antidepressiva“ zusammenfasste. Ihrer Einschätzung nach greift diese Darstellung zu kurz – und verzerrt die wissenschaftliche Datenlage.
Bei der untersuchten Arbeit handle es sich um eine sogenannte Meta-Meta-Analyse, also eine systematische Zusammenfassung zahlreicher Meta-Analysen. Solche Studien bewerten die Qualität und Aussagekraft bestehender Forschung besonders sorgfältig. Das zentrale Ergebnis sei jedoch nicht, dass Bewegung Antidepressiva überlegen sei, sondern dass Sport bei Depressionen – ob klinisch diagnostiziert oder postnatal – einen signifikant positiven Effekt habe.
„Das ist eine Falschinformation“
Zwar gebe es einzelne kleinere Studien, die ähnliche Effekte von Sport und medikamentöser Therapie nahelegen. Eine klare, robuste Gegenüberstellung, die eine Überlegenheit von Bewegung belege, liefere die Gesamtauswertung jedoch nicht. Die derzeitige Datenlage stütze eine solche Zuspitzung nicht.
Gerade bei sensiblen Themen wie psychischen Erkrankungen brauche es besondere Sorgfalt. Eine verkürzte Schlagzeile könne Betroffene verunsichern – oder das Gefühl vermitteln, ihre Therapie sei weniger wirksam. Das ist nicht nur einfach eine Falschinformation, sondern auch eine Watschn für die Patienten“, betont Imhof. Medien müssten hier präziser arbeiten – im Interesse aller.
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