Weltwirtschaft wackelt - aber China sprengt alle Rekorde
Während viele Volkswirtschaften mit stagnierender Weltkonjunktur, geopolitischen Spannungen und protektionistischen Maßnahmen kämpfen, zeigt sich Chinas Außenhandel unbeeindruckt. Die neuesten Zahlen aus Peking zeigen: 2025 markiert ein neues Rekordjahr für den chinesischen Außenhandel – mit einem Überschuss, der selbst frühere Höchststände deutlich übertrifft.
Nach Angaben der chinesischen Zollbehörden kletterten die Ausfuhren im Jahr 2025 um 5,5 % auf rund 3,8 Billionen US-Dollar. Die Einfuhren stagnierten hingegen bei etwa 2,6 Billionen Dollar. Das Ergebnis ist ein Handelsüberschuss von knapp 1,2 Billionen US-Dollar – ein historischer Höchstwert. Bereits im Vorjahr hatte China mit fast einer Billion Dollar einen Rekord verbucht, der nun nochmals übertroffen wurde.
Der Jahresausklang fiel deutlich stärker aus als erwartet. Im Dezember lagen die Exporte 6,6 % über dem Vorjahresmonat, während die Importe um 5,7 % zulegten. Analysten hatten insbesondere auf der Importseite mit wesentlich geringeren Zuwächsen gerechnet.
Neue Absatzmärkte im Fokus
Trotz anhaltender Handelskonflikte mit den Vereinigte Staaten gelang es China, seine Exportdynamik aufrechtzuerhalten. Zwar brach der bilaterale Handel mit den USA auf Jahressicht spürbar ein – chinesische Exporte sanken um rund 20 %, die Importe um knapp 15 %. Doch diese Verluste wurden durch steigende Lieferungen in andere Regionen mehr als nur ausgeglichen.
Vor allem Afrika und Südostasien rückten stärker in den Fokus chinesischer Exporteure. Für viele Branchen wurde auch Europa zum zentralen Ventil, um Überkapazitäten abzubauen und Produktionsauslastung zu sichern.
Starker Export, schwacher Binnenmarkt
Der Rekordüberschuss offenbart jedoch auch eine strukturelle Schieflage. Während Chinas Industrie ihre Waren mit Nachdruck auf den Weltmarkt drückt, bleibt die Nachfrage im eigenen Land gedämpft. Der Konsum kommt nur schleppend in Gang, Investitionen im Inland bleiben zurückhaltend. Der Außenhandel fungiert damit zunehmend als Ersatzmotor für eine schwächelnde Binnenkonjunktur.
Wachsende Spannungen mit Europa
In der Europäische Union wächst unterdessen die Kritik. Europäische Unternehmen klagen über ungleiche Wettbewerbsbedingungen, erschwerten Marktzugang in China und eine Industriepolitik, die Überkapazitäten begünstigt. Hinzu kommen Vorwürfe einer unterbewerteten Währung, die chinesische Produkte zusätzlich verbilligt.
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