Am 12. Mai 2026 fand im Europäischen Parlament in Brüssel eine Veranstaltung statt: Unter dem Titel „WHO Unmasked” versammelten sich Juristen, Ärzte,  und EU-Abgeordnete um die Weltgesundheitsorganisation – ihr Finanzgeflecht, ihre Machtstrukturen und ihre Rolle während der Corona-Pandemie – beleuchtet. Das Timing war kein Zufall: Aktuell tagt in Genf die 79. Weltgesundheitsversammlung, auf der über den letzten offenen Punkt des Pandemievertrags verhandelt wird.

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Die Veranstaltung

Organisiert wurde die Veranstaltung von Dr. Maria Hubmer-Mogg. Gehostet wurde sie von AfD-Europaabgeordneter Christine Anderson von der ESN-Gruppe im Europäischen Parlament. Anderson lud die belgische MEP Barbara Bonte ein, als Vertreterin der Patrioten für Europa teilzunehmen.

Neben Anderson, Hubmer-Mogg und Bonte sprachen an diesem Nachmittag der Schweizer Anwalt Philipp Kruse, die deutsche Juristin Dr. Beate Sibylle Pfeil, die österreichische Ärztin und der US-amerikanische Investigativjournalist John Leake sowie die Yale-Juristin Reggie Littlejohn.

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„PHEIC" – der stärkste Begriff des Abends

Einen juristischen Gesamtüberblick lieferte Philipp Kruse, Zürcher Rechtsanwalt. Seinen Ausgangspunkt bilden einerseits die IGV-Änderungen, die in ihrer abgeänderten Form bereits seit September 2025 gelten und andererseits der Pandemievertrag, welcher aktuell behandlet werden soll bei der 79. Generalversammlung der WHO. Parlamente stehen also vor der Entscheidung ob sie diese neuen Regeln ratifizieren sollen. Kruses Argument: Wer das tut ohne zu prüfen ob die WHO beim letzten Mal ihre Aufgaben erfüllt hat, handle fahrlässig.

Dabei steht der PHEIC-Mechanismus im Mittelpunkt– jenes Instrument das die WHO berechtigt einen internationalen Gesundheitsnotstand auszurufen und das Kruse als strukturell unkontrollierbar bezeichnet. Der Generaldirektor kann ihn ohne unabhängige Prüfinstanz aktivieren, der beratende Notfallausschuss wird von ihm selbst eingesetzt und abgesetzt. Mit diesem Mechanismus als Grundlage wurde während COVID-19 alles weitere ausgelöst – Notfallzulassungen, Beschaffungsverträge, Empfehlungen die Staaten weltweit befolgten. Daraus leitete Kruse neun konkrete Fragen ab die Parlamente seiner Ansicht nach beantworten müssen bevor neue WHO-Verträge ratifiziert werden – von der Risikobewertung bei COVID-19 über den Umgang mit abweichenden wissenschaftlichen Meinungen bis hin zur Unabhängigkeit von privaten Spendern. Seine Antwort auf alle neun: Nein.

Exxpress hat mit Philipp Kruse und Maria Hubmer-Mogg exklusiv gesprochen. Weitere Informationen erscheinen in Kürze.

hilipp Kruse, Zürcher Rechtsanwalt, war im Oktober 2025 als Einzelsachverständiger im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages geladen – zu den IGV-Änderungen der WHO.
hilipp Kruse, Zürcher Rechtsanwalt, war im Oktober 2025 als Einzelsachverständiger im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages geladen – zu den IGV-Änderungen der WHO.

Pfeil: „Vom mündigen Bürger zum gehorsamen Untertan"

Die Juristin, selbständige Wissenschaftlerin und ständige Sachverständige der Enquete-Kommission „Aufarbeitung der Corona-Pandemie” im Deutschen Bundestag Dr. Beate Sibylle Pfeil, hinterfragte in ihrem Vortrag die Hintergründe der neuen internationalen Gesunsheitsvorschriften. Ihre Analyse stützt auf ihrer schriftlichen Stellungnahme für den Bundestags-Gesundheitsausschuss vom Oktober 2025 sowie auf ihre Forschung zu den WHO-Vertragswerken.

Ihr erster Punkt betrifft die Informationskontrolle. Die neuen IGV verpflichten Staaten laut Artikel 44 ausdrücklich dazu Kernkapazitäten zur Bekämpfung von Fehlinformation auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene aufzubauen. Pfeil sieht darin einen grundlegenden Widerspruch zu Artikel 5 des Grundgesetzes der Meinungs- und Wissenschaftsfreiheit schützt – denn eine staatliche Instanz die festlegt was Fehlinformation ist, legt auch fest was gesagt werden darf. Das deutsche Zustimmungsgesetz zu den IGV-Änderungen räumt selbst ein, dass durch die neuen Regelungen Grundrechte eingeschränkt werden können, darunter die Freiheit der Person und die Freizügigkeit.

Ihr zweiter Punkt betrifft das Verhältnis der neuen Vertragswerke zur bestehenden Grundrechtsordnung. In den IGV-Änderungen und im Pandemievertrag wurden neue Prinzipien wie Equity – also Verteilungsgerechtigkeit insbesondere bei Gesundheitsprodukten – und Solidarität neben den bestehenden liberalen Grundrechten verankert. Pfeil wertet das als problematisch: Diese Prinzipien hätten moralischen Charakter und könnten dazu genutzt werden individuelle Freiheitsrechte durch kollektive Verpflichtungen zu ersetzen – etwa die Pflicht zur Impfung im Namen der Solidarität. Sie spricht in diesem Zusammenhang von einem schleichenden Übergang vom mündigen Staatsbürger zum gehorsamen Untertan.

Ihr dritter Punkt ist die sogenannte Militarisierung der Gesundheitspolitik. Pfeil stützt sich dabei auf eine Analyse der Rechtswissenschaftlerinnen Amrei Müller und Silvia Behrendt zur sogenannten Global Health Security Doktrin der WHO. Diese Doktrin definiert Gesundheit als Sicherheitsfrage und verbindet biomedizinische Strategien mit öffentlichen Gesundheitsmaßnahmen. Konkret: Über den Global Health Emergency Corps – ein 2023 von der WHO gegründetes und auf deren Website dokumentiertes Netzwerk – sollen im Krisenfall nicht nur Gesundheitspersonal und Notfallteams grenzüberschreitend koordiniert werden, sondern auf einer dritten Ebene auch Berater von Entscheidungsträgern vernetzt werden – laut der Analyse ausdrücklich einschließlich Militär und Zivilschutz. Pfeil wertet diese potenzielle Verschmelzung ziviler und militärischer Strukturen als problematische Entwicklung.

Dr. Beate Sibylle Pfeil, Juristin und ständige Sachverständige der Enquete-Kommission „Aufarbeitung der Corona-Pandemie
Dr. Beate Sibylle Pfeil, Juristin und ständige Sachverständige der Enquete-Kommission „Aufarbeitung der Corona-Pandemie" im Deutschen Bundestag.

Weitere Stimmen gegen die WHO

Neben Pfeil und Kruse sprachen auch die belgische EU-Parlamentarierin Barbara Bonte zur Finanzstruktur der WHO – konkret zur Rolle der Gates Foundation als zweitgrößtem Einzelgeldgeber noch vor den meisten Mitgliedstaaten – sowie die Yale-Juristin Reggie Littlejohn zum noch offenen PABS-System im Pandemievertrag und dessen Sicherheitsrisiken. Der US-Investigativjournalist und Vize-President der Mc Cullough Foundation John Leake beleuchtete die Gates-Investition in BioNTech wenige Wochen vor dem WHO-Pandemiebericht von 2019 sowie die aktuelle Hantavirus-Warnung die er als wissenschaftlich nicht gedeckt einstuft.

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Die österreichische Ärztin und MEHA-Gründerin Dr. Maria Hubmer-Mogg widmete sich dem Epstein-Gates-Netzwerk und dessen Verbindungen zur globalen Gesundheitsarchitektur. Hubmer-Mogg hat bereits in zwei Interviews mit dem exxpress gesprochen. Sie berichtet dabei über die strukturellen Mängel der WHO, die Abhängigkeit der europäischen Arzneimittelbehörde EMA von der Pharmaindustrie und zu den IGV-Änderungen und deren Konsequenzen für Österreich.

Maria Hubmer-Mogg im Interview bei exxpress im Oktober 2025.
Maria Hubmer-Mogg im Interview bei exxpress im Oktober 2025.

Den Abschluss gestaltete AfD-Europaabgeordnete Christine Anderson, die drei EU-Instrumente – Digital Services Act, Chat Control und European Democracy Shield – als aufeinander aufbauende Zensurinfrastruktur bezeichnete: „In der gesamten Geschichte der Menschheit hat es nie eine politische oder klerikale Elite gegeben, die wirklich und aufrichtig am Wohlergehen der einfachen Menschen interessiert war. Was lässt Sie glauben, dass es heute anders ist?”